Mittwoch, Februar 14, 2007

Cowboy


Der Sternenhimmel erstrahlt an einer milden Sommernacht. Reiter und Pferd liegen zusammen unterm Himmelszelt. In der Ferne hört man einen Präriehund jaulen. So romantisch kann der Westen sein und dieses Bild spukt auch noch in vielen Köpfen herum. So auch in jenem des Hotelmitarbeiters Frank Harris (Jack Lemmon), der aber schon bald merken wird, warum der Westen noch dir Vorsilbe „wild“ trägt.

Doch zu Beginn ist es mehr eine Frau, die dem guten Frank für Kopfzerbrechen sorgt. Ausgerechnet die schöne Maria hat es ihm angetan, die Tochter des Viehbarons Vidal und dieser sieht es gar nicht gern, wenn sich Töchterchen mit solch einfachem Volk abgibt. Eine etwaige Liebesbeziehung scheint keine Hoffnung zu haben, doch Frank wäre nicht Frank, wenn er jetzt aufstecken würde, auch nicht, als die Vidals ihr Gastspiel in Chicago unterbrechen und zurück nach Mexiko reisen.

Jack Lemmon wie er leibt und lebt, so scheint es jedenfalls in den ersten Filmminuten auszusehen, denn seine Rolle entspricht ganz jener, durch die er Weltruhm erlangt hat. So ist seine Figur eher biederer Natur, gewiss auch etwas behäbig, doch in seinem Inneren schlummern die Träume von Freiheit, Unabhängigkeit und Abenteuer - auch noch heutige übliche Assoziationen für den Wilden Westen – als Viehtreiber.

Als der rauhbeinige Trackboss Tom Reese (Glenn Ford) in Geldnot gerät, schlägt Franks Stündlein und dieser kauft sich bei Reese ein und zieht gemeinsam mit dessen Mannen gen Mexiko und zur Vidalfarm, denn Maria ist erst einmal das Primärziel unseres Casanovas. Der Grundstein für ein unterhaltsames Westernspektakel ist somit gelegt, denn durch die Konstellation Jack Lemmon und Glenn Ford, respektive ihren jeweiligen grundverschiedenen Rollen: Lemmon als naiver Träumer und Ford als gestandener Cowboy, ist genügend Zündstoff für ein amüsantes Abenteuer im Westen vorhanden, zumal ein ähnliches Rezept ja schon in City Slickers für feuchte Augen gesorgt hat.

Doch ganz so viel Komik darf der Zuschauer bei Cowboy nicht erwarten, denn Harris‘ Konfrontation mit der Natur führt zwar zu einigen Szenen mit Schmunzelcharakter, darunter auch jene mit dem wundgerittenen Hintern, doch der Grundcharakter des Filmes ist jedoch wesentlich ernster angesiedelt und so vermisst man stellenweise eine gewisse Leichtigkeit in der Inszenierung, die dem Film besonders in der ersten Hälfte gutgetan hätte. Andererseits ist das Ganze aber auch nicht so konsequent hart dargestellt, als dass die gewisse romantische Atmosphäre des Westens verloren geht. Dazu gibt es einfach noch zu viele schwelgerische Aufnahmen der Cowboys, samt eines typischen Scores. Da kann auch die stets präsente Gefahr des Todes, giftige Schlangen, Indianerüberfälle, eifersüchtige Ehemänner, nicht viel dran ändern, denn trotz dieser Bedrohungen, ist die Art der Umsetzung deutlich zurückhaltender. So scheint es, dass man in dieser Phase nicht genau gewusst hat, wie man den Film ansiedeln möchte.

So vergeht die erste Hälfte auch reichlich unspektakulär. Sicherlich kommt Frank noch mit den für ihn rauhen Sitten seiner Kollegen nicht ganz klar und es gibt dadurch auch Streitpotential, doch zu einer richtigen Eskalation kommt es nicht. Interessant wird der Film erst mit dem Eintreffen der Männer in Mexiko, denn hier stellt Harris fest, dass seine Angebetete verheiratet wurde und nach einer schmerzhaften Auseinandersetzung mit Reese, avanciert Frank zu einem waschechten Cowboy.

Sicherlich ist dieser Wechsel in Franks Auftreten durch seine verschmähte Liebe und den ansonsten rauhen Umgang unter den Trackmitgliedern begünstigt, nichtsdestotrotz erscheint er in dieser Stärke und Abruptheit als nicht ganz nachvollziehbar, nimmt man ihm die Rolle des harten Burschen nach seiner bisherigen Darstellung im Film nicht ganz ab. Doch im Verlauf der zweiten Hälfte arrangiert sich Lemmon gut mit seiner Rolle und die vermisste Authentizität kehrt zurück.

Ebenfalls vorteilhaft für den Film ist der teils offen, teils verdeckt ausgetragene Konflikt zwischen Harris und Reese, der nun seinerseits Harris‘ ehemaligen Part einnimmt und es so zu Konfrontationen, besonders beim Indianerüberfall, kommt. Auch hier kann man am Skript mäkeln, dass auch dieser Wechsel zu schnell vonstatten geht aber da der Film keinen Anspruch erhebt, einen tieferen Einblick in die Psyche der Protagonisten zu ermöglichen, kann man diese Fauxpas dann auch noch verschmerzen.

Sicherlich bekommt der Zuschauer, und das möchte ich auch gar nicht abstreiten, einen Einblick in das harte Leben der Viehtreiber geboten, doch dieses erscheint immer noch geschönt, denn schlußendlich finden selbst die beiden Streithähne Harris und Reese wieder zu einander und besänftigen gemeinsam ihre Rinder im Zug und nach der Ankunft in Chicago ergibt sich für Harris sogar erneut die Chance, eine Herzensdame für sich zu gewinnen. Spätestens wenn Lemmon und Ford in der Schlußeinstellung ihr heißes Bad genießen, kann der Zuschauer sich sicher sein, eine der vielen naiven und unschuldigen Produktionen der 50er Jahre gesehen zu haben.

Wer also auf der Suche nach passender Abwechslung für einen tristen Sonntagnachmittag ist, der sollte ruhig einmal Cowboy in Erwägung ziehen, dessen seichte Unterhaltung für entspannte neunzig Minuten sorgt und zwei gut aufgelegte Hauptdarsteller inpetto hat. Das Genre wird zwar sicherlich nicht revolutioniert und Regisseur Delmer Daves hat auch schon wesentlich bessere Beiträge abgeliefert, doch schaden wird dieser Film einem sicherlich auch nicht und manchmal ist ein gewisses Maß Naivität auch nicht schlecht. 06/10

Dienstag, Februar 13, 2007

TCM Spotlight: Katharine Hepburn Collection

... und die DVD-Lawine rollt weiter und Warner arbeitet an ihrem Versprechen, 200 Klassiker in 2007 auf DVD zu pressen. Im Mai wird, anlässlich ihres 100. Geburtstages, in Zusammenarbeit mit Turner Classic Movies eine Katharine Hepburn Collection mit sechs noch nicht veröffentlichten Filmen erscheinen. Käuflich erhältlich wird das Ganze ab dem 29.05.07 sein und dieses Set wird laut Pressemitteilung den Auftakt zu weiteren Franchises der Anbieter markieren. Man kann also gespannt sein, was uns in diesem Jahr noch erwarten wird. Wahrscheinlich wird der jährliche Chat mit Warner, über den ich hier auch berichten werden, Licht ins Dunkel bringen. Nun jedoch erst einmal zurück zu diesem Set. Sobald es die Artworks zur Box und den einzelnen DVDs gibt, erfolgt umgehend ein Beitrag im Blog:

The Corn is Green (1978) - Das Korn ist grün

Dragon Seed (1944) - Drachensaat
Features include:
  • Vintage short Romance of Celluloid: Twenty Years After
  • Classic cartoon
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English, Français & Español (feature film only)

Morning Glory (1933) - Das neue Gesicht
Features include:
  • Oscar-nominated Pete Smith short Menu
  • Classic cartoon Bosko’s Mechanical Man
  • Subtitles: English, Français & Español (feature film only)

Sylvia Scarlett (1936)
Features include:
  • Vintage Fitzpatrick TravelTalk short Los Angeles: Wonder City of the West
  • Classic cartoon Alias St. Nick
  • Subtitles: English, Français & Español (feature film only)

Undercurrent (1946) - Der unbekannte Geliebte
Features include:
  • Oscar-Nominated Theater of Life short Traffic with the Devil
  • Classic cartoon Lonesome Lenny
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English, Français & Español (feature film only)

Without Love (1945) - Zu klug für die Liebe
Features include:
  • Vintage Crime Doesn’t Pay Short Purity Squad
  • Classic cartoon Swing Shift Cinderella
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English, Français & Español (feature film only)

US Boxoffice (09.02 - 11.02)




Nachdem der Januar von kleineren Produktionen gelebt hat, starten jetzt nun langsam die vermeintlich potenteren Filme. Die ist vor allem an den hohen Kopienzahlen im 3000er Bereich auszumachen und auch wenn schon am vergangenen Wochenende einer der Neustarter sehr stark losgelegt hat, blieb das Gesamtvolumen erneut hinter dem des Vorjahres zurück, das vierte Wochenende hintereinander. Vielleicht wird der Bann ja schon kommendes Wochenende gebrochen. Genügend Neustarts wird es jedenfalls geben.

Wie schon in der Vorwoche scheint die Monarchie nicht kleinzukriegen zu sein, denn The Queen klammert sich weiterhin an den zehnten Platz, heimst somit weitere $ 2,73 Mio. ein und kann inzwischen $ 48,9 Mio. vorweisen. Zusammen mit den internationalen Zahlen kommt man auf ein weltweites Einspiel von $ 92,9 Mio.

Soviel und sogar noch ein wenig mehr, haben die Dreamgirls alleine in den Staaten eingespielt, wo ihr Top 10-Engagement jedoch langsam zu Ende geht. Nur noch der neunte Platz an diesem Wochenende und ein Einspiel von $ 2,98 Mio. bringen doch noch nicht das von mir prognostizierte Überschreiten der Centurymarke. Man hängt bei $ 97,01 Mio. fest. Naja, dann eben nächste Woche.

Als genauso hartnäckig wie The Queen erweist sich Pan’s Labyrinth, der, wie in der vorigen Woche, auf dem achten Platz zu finden ist und sein Kinorepertoire dabei weiterhin ausbaut. Belohnt wird man mit neuerlichen $ 3,58 Mio. und einem Zwischeneinspiel von $ 26,62 Mio. Je nach Oscarregen wird diese Erfolgsgeschichte noch eine ganze Weile weiterlaufen.

Auch noch ganz gut dabei ist Smokin‘ Aces, der aufgrund milder Drops nach dem Premierenwochenende noch immer für $ 4,11 Mio. gut ist und bis jetzt in den USA $ 31,17 Mio. eingespielt hat und damit noch der bisher erfolgreichste R-Rated Film des Jahres ist.

Für Epic Movie geht es hingegen weiterhin zügig in die niedrigeren Regionen dieser Liste und in spätestens zwei Wochen wird man auch aus jener herausgeflogen sein. Noch reicht es für $ 4,57 Mio., was zu einem Gesamteinspiel von $ 35,59 Mio. führt. Damit wird der Film noch schlechter als der letztjährige Genrespross Date Move, übrigens aus selbem Hause, abschneiden, der es insgesamt auf knapp $ 50 Mio. gebracht hat.

Von dem ganzen unbeirrt, scheint Night at the Museum wie ein Fels in der Brandung zu stehen und selbst in seiner achten Spielwoche ist er noch immer für $ 5,75 Mio. gut. Mit den aktuell $ 232,15 Mio. ist man weiterhin auf $ 250 Mio. Kurs.

Von solchen Sphären kann The Messengers nur träumen. Nach dem üblichen Drop am zweiten Wochenende, kommt der Film nur noch auf $ 7,22 Mio., respektive auf ein Gesamteinspiel von $ 24,74 Mio. Auch hier wird das Motto zutreffen: Kurze schnelle Spiele...

Because I Said So, der sich übrigens ebenfalls in seiner zweiten Spielwoche befindet, profitiert dagegen vom genreüblich geringen Drop und überflügelt so The Messengers sowohl bei Wochenendeinspiel mit $ 9,22 Mio., wie auch beim zwischenzeitlichen Endergebnis mit $ 25,81 Mio.

Immerhin bis auf den zweiten Platz hat sich die vermeintliche Entstehungsgeschichte Hannibal Lectors, Hannibal Rising, vorgekämpft, der mit seinen $ 13,05 Mio. jedoch deutlich hinter den Erwartungen und den anderen Teilen der Reihe bleibt. Sicherlich ist das Fehlen Anthony Hopkins, der mit dieser Rolle von den meisten Menschen in Verbindung gebracht wird, einer der Gründe. Ein anderer mag der dilettantische Trailer sein. Jedenfalls wird der Film keine neuen Meilensteine setzen.

So geht der Sieg an diesem Wochenende eindeutig an die Eddie Murphy Komödie Norbit, in der er erneut in verschiedene Rollen schlüpft und damit sagenhafte $ 34,2 Mio. umsetzen konnte. Der Film bricht alle Erwartungen seitens des Studio und könnte zum ersten $ 100 Mio. Film des Jahres avancieren. Die Produktionskosten von geschätzten $ 60 Mio. werden dagegen mit Sicherheit eingefahren.

Aufgrund des morgigen Valentinstages starten schon zwei Filme am Mittwoch, welche dann am Freitag von drei weiteren Neustarts ergänzt werden, sodass man zwischen insgesamt fünf Filmen auswählen kann. Unter den Mittwochsstartern befindet sich dann auch der auf das schwarze Publikum zugeschnittene Daddy's Little Girls von Tyler Perry, der schon mit seinen Madea-Filmen aus den Vorjahren für ordentlich Überraschung am Boxoffice gesorgt hat. Sein neuer Familienfilm wird wohl in 2100+ Kinos zu sehen sein. Vollkommen auf den Valentinstag zugeschnitten ist dagegen Warners Music and Lyrics, der mit Stars wie Hugh Grand und Drew Barrymore auf Kundenfang geht und in 2900+ Kinos zu sehen sein wird.
Nur Außenseiterchancen hat dagegen der Thriller Breach, der mit 1400+ Screens am Freitag ins Rennen geht und mit Glück auf den hinteren Plätzen zu finden sein wird. Unterhaltung für die ganze Familie wird dagegen von Disney geboten, die zusammen mit Walden Media, die schon für den Narniafilm verantwortlich waren, den Fantasyfilm Bridge to Terabithia in die Kinos bringen. Geschätzte 2800 Kopien werden es sein. Auf dem Papier hingegen eindeutiger Favorit, ist die nach 2007 verschobene Comicverfilmung Ghost Rider mit Nicolas Cage in der Hauptrolle, der in 3500 Kopien zu sehen sein wird.

Walking Tall - Auf eigene Faust

Frisch aus dem Krisengebiet zurück, muss der Ex-Special Forces Chris Vaughn (The Rock) mitansehen, wie sein beschauliches Heimatdorf zu einem Sündenpfuhl mutiert ist, wo ehemalige Klassenkameradinnen ihr Geld mit Strippen verdienen müssen und Sportkumpanen von damals zu Unterweltgrößen herangewachsen sind. Was macht man in solch einer Situation als mündiger Bürger? Richtig, man schnappt sich ein Stück Zedernholz und geht Schinkenklopfen. Doch ganz so einfach ist es nicht, vorher muss Vaughn erstmal Prügel einstecken und da auch die örtliche Polizei geschmiert wird, erfolgt ganzer Krafteinsatz beim Zerlegen der örtlichen Zockerbuchte de Luxe. Natürlich ist der Eigentümer, besagter Unterweltheini, wenig glücklich und sieht sich schon auf der sicheren Seite, doch da wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Nicht nur, dass Vaughn im Prozess wegen der Inneneinrichtungssache freigesprochen wird, nein, seine Argumente waren so schlagkräftig, dass der Dorfpöbel ihn zum neuen Sheriff wählt. Nun kann die Party steigen, wenngleich jugendfreundlich auf PG-13 Niveau und gemeinsam mit seinem trotteligen Deputy Ray (Johnny Knoxville) geht man die Ungezieferplage an. Wie gesagt, das ist alles im PG-13 Rahmen, sodass die-Hard Actionfans wohl eher mit der Stirn runzeln, angesichts der wenigen Actionszenen, deren Bildausschnitt dann so gewählt ist, dass man erst gar keine Details sieht. Sicherlich wird sich auch ordentlich geprügelt und besagtes Holzstück kommt zu tüchtigem Einsatz, was schließlich auch für kurzweilige Unterhaltung sucht, doch wirklich aufregend ist das dann auch nicht. Gleiches gilt für den Plot, der nur wenig verändert vom gleichnamigen Original aus dem Jahr 73 übernommen wurde, und allein durch solch heiße Szenen im Gerichtssaal inkl. Sheriffwählaktion für manch Schenkelklopfer sorgen dürfte. Aber hey, für den Film reicht's. Natürlich darf auch nicht die obligatorische Liebesstory fehlen und natürlich ist es die arme Stripperin, die da vernascht wird, ihren Job an den Nagel hängt und sowieso ist nach Beseitigung des Dorfübels wieder heile Welt. Hach, so einfach können Filme sein. Muss manchmal eben auch mal sein. 06/10

Sonntag, Februar 11, 2007

Aus dem Leben eines Cinephilen...


... ein Blick auf den Chronograph verrät es: 05:05 Uhr, Sonntag, der 11.02.07. Zeit aufzubrechen. Nach dem Zwiebelprinzip hülle ich mich in diverse Kleidungslagen, um dann wie die Inkarnation des Michelinmännchens auszusehen. Mit meiner heißen Mütze hätte ich aber mindestens auch einen tollen Einbrecher gemacht. So nur noch schnell in die Schuhe rein, die Tür hinter sich zugezogen, der Bus kommt ja schon um 05:19. Doch was ist das? Alles Abtasten der Jacken-, Hosen-, oder sonstigen Taschen blieb erfolglos. Habe ich mich wirklich ausgesperrt? Meine einzige Hoffnung: Die Haustür nicht verschlossen... Negativ. Also Handy rausgeholt, meine Mutter wachgeklingelt, die dann ihrem Sohnemann reichlich schlaftrunken die Schlüssel herausgegeben hat. Ein böses Omen für den weiteren Verlauf meiner Mission? Egal, das Ziel fest vor Augen verlies ich das heimische Gefilde hinaus ins Schneetreiben. Bei -6°C Außentemperatur und einem Windchill, der sibirisches Klima vorgaukelt, kamen mir schon die ersten Zweifel und Fragen, warum ich diesen Scheiß mache, wo ich doch in meinem gemütlichen Bett schlafen könnte. Aber ein Mann muss tun, was ein Mann zu tun hat und so bewegte ich mich unaufhaltsam hin zum Wartehäuschen.
Einen Vorteil hat das frühe Aufbrechen schon. Es scheint niemand unterwegs zu sein und der schlafende Riese Berlin wirkt unschuldig und verletzlich. Aber halt, ich sollte mich geirrt habe, denn im Bus da waren sie, die letzten Nachtschwärmer auf der Heimreise. Die Gesichter sprachen Bände, von feuchtfröhlichen Feiern und Liebesnächten, Freude, Spaß und Erbrechen. Mit letzter Kraft hielt man sich auf den Beinen und philosophierte rhetorisch perfekt über das Sexualleben ihrer Bekanntinnen, wer denn noch Jungfrau sei. Ich kam mir irgendwie fremd vor: Nicht betrunken und doch noch reichlich tabsig auf den Beinen und mit jeder weiteren Station füllte sich das Nahverkehrstransportmittel mit weiteren Geschöpfen der Nacht. Es wäre ein Leichtes gewesen, hier und jetzt ein holdes weibliches Wesen in seinen Bann zu ziehen, doch ich war zu Höherem berufen. Mein Umsteigebahnhof war erreicht und schnell war auch der Bahnsteig erklommen. Doch die nun folgenden Minuten waren sicherlich die längsten des gesammten Sonntages: Der Wind pfiff durch das Vordach und ich erstarrte zu einem menschlichen Eisblock. Ich hatte mich schon damit angefreundet, der nächste Ötzi zu werden, da rollten sie herein die Bahn, pünktlich und mit jeder Menge Sitzplätzen. Wenn das doch immer so wäre. Nun hieß es wachzubleiben, Herr über die Müdigkeit zu sein. Andernorts war der Kampf entschieden, die Protagonisten in fremden Sphären. Wie ein leuchtender Wurm schlängelte sich der Zug durch die Berliner Innenstadt, die Leuchtreklame hell am Strahlen und hier und da war auch schon eine Wohnung beleuchtet. Vielleicht war es eine meiner Busbekanntschaften, die gerade in richtig Bett torkelt.... hmmm.... Bett. Aber ich blieb standhaft. Noch einmal musste ich umsteigen und zu meiner Verwunderung war hier schon etwas mehr los. Konkurrenzgefühle stiegen in mir auf. Ob die wohl auch das gleiche Ziel wie ich haben mögen?
Endlich da. Erneut hinaus in die Kälte. Die Hintertür, mit der man vom Bahnhof direkt in die Arkaden kommen kann, verschlossen, so hatte es den Anschein, also raus und rum um den Block, samt einmal verlaufen. Kostbare Zeit verloren? Ein Platz weiter hinten in der Schlange? Vielleicht. Um kurz nach 6 war ich dann dort und nicht nur ich, mindestens 20 nicht weniger kranke Vögel haben schon ihr Quartier, alle nicht minder müde und doch liegt eine Stimmung von Hysterie in der Luft. Nummer 3 in der Schlange, noch gute Chancen auf Premierenkarten aber noch vier Stunden, die todzuschlagen sind. Die Arkaden nur spärlich beleuchtet, manch einer noch eine Mütze schlaf tankend, stand ich unter Ihnen, die allesamt vom Virus Film befallen sind. Die Thermosflachen gut gefüllt, nippte man an seinem Heißgetränk und schnell bildeten sich kleine Grüppchen, die Zweckgemeinschafteten gründeten. Wir waren ja alle im gleichen Boot. Ist es nicht schön unter Gleichgesinnten zu sein? Schon bald begann das Fachsimpeln und auch ich schloss mich mit Leuten meiner Altersklasse kurz, die hier schon seit fast 4 Uhr am warten waren. So verging die erste Stunde fast wie im Flug, was auch sicherlich an der Müdigkeit gelegen hat. Gegen 7 kam Bewegung in die Sache, man machte immerhin das Licht in den Arkaden an und die ersten Putztrupps bahnten sich ihren Weg durch die Hallen. Argwöhnisch wurde sie betrachtet, die Spezies Filmverrückter, die sich hier am Sonntagmorgen tummelt. Mal sitzend, mal stehend versuchte ich mich mit dem Gelände zu arrangieren. Man hat zwar bei der Bundeswehr beigebracht bekommen, wie man sich im Feld am Leben halten kann, doch auf solch eine Situation wurde man nicht vorbereitet. Endlich kam Versträkung für mich, sogar in weiblicher Form und damit hatte ich nicht gerechnet. Anstelle von Frank, unserem Filmclubleiter, tauchte seine weibliche Geheimwaffe, Filmclubmitglied und ehemalige Mitschülerin meines Semesters auf. Ob er wohl meint, die Waffen der Frauen würden beim Kampf um die Karten im Vorteil sein? Er jedenfalls hat das Hauptquartier vor dem Rechner besetzt. Mit solch sympathischer Gesellschaft schien auch die zweite Stunde ein Leichtes zu sein. Draußen dämmerte es dann langsam und die Schlange vor den Kassenhäuschen wuchs allmählich an. Es zahlte sich aus, auf Schlaf verzichtet zu haben. Nichtsdestotrotz ersehnte ich mir mein Bett her und ich freute mich, irgendwann gegen 10 Uhr wieder die Heimreise antreten zu dürfen. Eigentlich wollte ich ja gemütlich ein Buch lesen aber die Hummeln in meinem Hintern haben es verhindert. Ich habe bestimmt fünfmal die Arkaden abgelaufen, mir die Nase an den Schaufenstern plattgedrückt, mir Dessous, Schmuck, Zeitungen und Schuhe von außen angeschaut, während meine zwei Begleiter, inzwischen ist auch der gute Jay eingetrudelt, die Stellung gehalten und unseren Platz in der Reihe verteidigt haben. Immerhin waren meine Erkundungstouren nicht vollkommen sinnlos, habe ich doch die Toiletten entdeckt. Entdeckt ist in diesem Zusammenhang auch der richtige Wortlaut, sollte man sich doch frühzeitig entscheiden, dass die Blase drückt, denn für spontane Pinkelanfälle hätte man einen olympiareifen Sprint hinlegen müssen. Gut zweieinhalb Stunden vorbei und in der Magengegend machte sich eine gewisse Leere bereit. Zeit für ein Frühstück. Und wo geht man als gemeiner Filmfreak zu dieser Zeit speisen? Genau, zu McDonalds und sich erst einmal einen Big Mäc reingezogen. Irgendwie hatte ich den aber wesentlich größer in Erinnerung. Es geht doch nichts über nen richtigen Whopper, aber in der Not frisst ja auch der Teufel fliegen. Nach unserem oppulenten Mahl startete ich zu einem erneuten Verdauungsspaziergang, denn das Sprechen fiel mir inzwischen schwer, dauernd verhaspelte ich mich. Jaja, die Müdigkeit ist unberechenbar. Inzwischen haben sich immer mehr Menschen eingefunden, bewaffnet mit Berlinale Programm und anderen Utensilien, um die Zeit bis zum Verkaufsstart zu überbrücken. Welch ein erhabenes Gefühl an der langen Schlange vorbei zu seiner Position an der Spitze zu tänzeln. Gegen 09:30, nach weiteren Kilomtern in den Arkaden und der Gewissheit, alle Spitzenhöschen gesehen und Arbeitskräfte mit Vornahmen zu kennen, kam Unruhe unter den Wartenden auf. Nur noch 30 Minuten und die Positionskämpfe begonnen. Zwielichtige Geschäfte wurden beschlossen, kaufst du mir, so kauf ich dir und auch ich war bereit das Kassenhäuschen zu erstürmen, koste es was es wolle. Die Jalousien gingen hoch, die ersten Karten wechselten den Besitzer und langsam machte sich Unsicherheit breit, ob man noch Premierentickets erhalten würde. Spätestens als der Vordermann eine lange Liste mit Vorstellungen vorlas, sah ich meine Fälle davonschwimmen, doch, endlich waren wir dran und, es gab noch welche. Stolz wie Oskar hielten wir sie dann in der Hand, nach 4 Stunden warten und fast 24 Stunden auf den Beinen, die ersehnten Tickets zur Premiere von 300. Die Rückreise selbst erlebte ich nur noch schemenhaft, zu groß war die Sehnsucht nach meinem Bett und endlich zu Hause angekommen, empfingen mich meine grad aufgestandenen Eltern mit einem ausgiebigen Frühstück, nach dessen Verzehrung ich mich auch erst einmal in mein Bett verkrochen habe. Ja, so verbringen Cinephile ihren Sonntag. Wär ja auch langweilig, wenn man "normal" wäre.

Samstag, Februar 10, 2007

Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette


Zwei französische Schauspielgrößen der Neuzeit zusammen in einer Actionkomödie, das klingt doch gar nicht übel. Und ja, Ruby & Quentin stellt sich als ein durchaus unterhaltsames, wie kurzweiliges Filmchen französischer Bauart heraus, welches vor allem von den routinierten Schauspielern getragen wird und so die stellenweise monotonen stereotypen Wiederholungen kaschieren kann. Das große Problem des Films besteht jedoch darin, dass man aufgrund der festgelegten Rollenverteilungen wenig Spielraum hat und man sich deshalb immer aus dem einen Ideentopf bedient, sodass die anfangs witzige Idee, Gérard Depardieu alias. Quentin, ein recht einfältiger aber überaus sympathischer Mensch, mit Ruby alias. Jean Reno zusammenzubringen, der hier das komplette Gegenstück zu Depardieus Rolle abgibt und gleichzeitig sein Léon Image etwas karikiert. So entwickeln sich besonders in der Anfangsphase einige überaus witzige Ideen. Doch im Laufe des Films verliert diese Konstellation an Reiz und die Lachquote geht merklich zurück. Dazu kommen typische Buddymovieklischees und der Rest des Werkes entwickelt sich zu gewöhnlicher Massenware ohne nennenswerte Innovationen. Das alles reicht jedoch noch zu kurzweiliger Unterhaltung und wer Reno und Depardieu mal in Frauenkleidern sehen möchte, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen, zumal der Score auch nicht übel ist. 06/10

Lucky Number Slevin


A Kansas City Shuffle is when everybody looks right, you go left. Dieser kurze Satz von Mr. Goodkat (Bruce Willis) erklärt die Quintessenz dieses Filmes. Immer wenn man meint, man scheint zu ahnen, was als nächstes passieren könnte, lässt uns Regisseur Paul McGuigan alt aussehen und der Film schlägt einen weiteren, unvorgesehenen Haken. So kommt man sich in den ersten Filmminuten wohl genauso verloren vor, wie unser Protagonist Slevin (Josh Hartnett). Erst mit der Zeit werden einige Zusammenhänge klar und ein wachsames Auge des Zuschauers vorausgesetzt, kann man manche Dinge schon etwas früher lokalisieren. Doch selbst dann noch, wenn der Hase aus dem Kasten zu sein scheint, wird einem wieder aufgezeigt, wie falsch man doch gelegen hat und doch ergibt am Ende alles einen Sinn und hier muss man vor dem Autorenteam seinen Hut ziehen, dass man so einen Plot gezaubert hat, der nicht erzwungen wirkt, sondern leicht von der Hand zu gehen scheint. Dazu gesellen sich Dialoge der Spitzenklasse, die mal maschinengewehrgleich aus Lindseys (Lucy Liu) Munde abgefeuert werden oder trocken, zelebriert von The Boss (Morgan Freeman) oder The Rabbi (Ben Kingsley) entstammen. Man merkt schon, dass auch am Cast nicht gespart wurde und das Zusammenspiel der einzelnen Actor ist ebenso stimmig, wie der klanggewaltige Soundtrack. Schade, dass solch ein Film nicht den Weg ins deutsche Kino gefunden hat. So führt der Weg in die Videothek oder am besten gleich zum nächsten DVD-Dealer, denn diesen Knüller sollte man nicht verpassen. 09/10

Maniac


Willkommen bei einer weiteren Episode: Frankie meets an infamous movie. In der heutigen Folge wird Maniac näher unter die Lupe genommen, der sich unter anderem damit rühmen kann, in Deutschland in seiner ungeschnittenen Form beschlagnahmt zu sein. Ein gewisser Ruf eilt ihm also voraus. Fragt sich nur, ob dieser auch berechtigt ist. Gemischte Gefühle machen sich breit, sobald der Abspann über die Leinwand flimmert, bietet der Film doch gute wie auch negative Aspekte, die bei der Addition der Pros und Cons als Summe jedoch eine weitere Entmystifizierung eines 131ers hervorbringt. Wieder einmal steht ein gestörtes Mutter-Sohn-Verhältnis Pate, um den Mordtrieb des Serienkillers Frank Zito (Joe Spinell) zu erklären. Ja, man merkt schon in den ersten Szenen Zitos, dass dieser Mann ein gewaltiges Problem hat und man muss Joe Spinell für sein teilweise beängstigend gutes Spiel loben, der seiner Figur so die nötige Leinwandpräsenz gibt. Es liegt schon einmal nicht an den Schauspielern, abgesehen vom dramatischen Overacting einiger Mordopfer, dass der Film nicht der größte Knaller ist. Problematisch wird es hingegen beim Aufbau von Suspense und einer entsprechenden Atmosphäre. Jenes gelingt Regisseur William Lustig z.B. in der Bahnhofsszene oder beim Überfall auf das Model sehr gut, während die anderen Sequenzen mehr von der exzessiven Gewalt leben oder sogar in Monotonie versinken. Es ist sozusagen ein auf und ab. Immer wieder verflacht der Film, zeigen sich exorbitante Drehbuchschwächen auf, die nicht mehr zu kaschieren sind. Hier sei nur das Verhältnis von Frank zu Anna zu nehmen, welches deplaziert wirkt und mehr Fragen aufwirft als beantwortet. So wie sich der Film als Ganzes gibt, so ist auch das Finale in jene Zweiteilung gezwängt, denn diese erzwungene Hintertür für ein Sequel wirkt nicht minder einfallsreich, als in vielen weiteren Genrekollegen. Teilweise viel heiße Luft um nichts. 06/10

Freitag, Februar 09, 2007

US Boxoffice (02.02 - 04.02)


It’s Superbowl Sunday und die US-Kinos sind wie leer gefegt. Nichtsdestotrotz jagte ein Rekord den nächsten, wenn’s um immer höhere Zuschauerzahlen an diesem bestimmten Wochenende im Februar ging und seit inzwischen sieben Jahren ist das Superbowl Wochenende Sony Wochenende, denn seit 2001 und The Wedding Planner war immer eine Sony-Produktion auf Platz 1, so auch in diesem Jahr.

Es scheint so, als wenn ein Ende der Monarchie naht, denn The Queen hält sich nur noch auf dem zehnten Platz, spielt dabei aber noch immer $ 2,65 Mio. ein und befindet sich in der 19. Regierungswoche. Innerhalb dieser Zeit hat sich ein Gesamteinspiel von $ 45,46 Mio. angehäuft.

Nach nunmehr acht Wochen scheint das Intermezzo von Pursuit of Happyness beendet zu sein. Zwar konnte man sich dieses Wochenende noch auf den neunten Platz retten und neuerliche $ 2,97 Mio. für sich verbuchen, die das Gesamtergebnis auf $ 157,22 Mio. anheben, doch ein Auftauchen in der kommenden Top Ten Liste ist mehr als unwahrscheinlich.

Den Platz der Vorwoche verteidigt hat dafür Pan’s Labyrinth, der weitere $ 3,68 Mio. umsetzen konnte und ein Zwischenergebnis von $ 21,72 Mio. vorweisen kann. Es scheint, als wenn dieser Film als einziger wirklich von den diversen Oscarnominierungen profitieren kann.

Es geht nämlich auch für die Dreamgirls abwärts. Inzwischen auf den siebten Platz gepurzelt, musste man einen 40% Drop über sich ergehen lassen und kommt somit auf glatt $ 4 Mio. Noch immer ist die Centurymarke nicht geknackt und man steht bei $ 92,75 Mio. Vielleicht klappt’s ja diese Woche.

Ebenfalls in Richtung Erdgeschoß geht es für Stomp the Yard, der weiterhin der Spitzenreiter des aktuellen Jahres ist und dank der $ 4,06 Mio. seinen Vorsprung auf $ 55,86 Mio. hat ausbauen können. Wer hätte das gedacht.

Genreübliche hohe Einbußen musste auch Smokin‘ Aces einstecken, der knapp 60% verliert und somit noch auf $ 6,11 Mio. kommt. Zum Glück sind die Produktionskosten mit $ 17 Mio. sehr gering, sodass das Zwischenergebnis von $ 24,74 Mio. dann doch ganz gut ausschaut.

Über diesen Film muss ich nichts mehr verlieren. Night at the Museum nimmt erneut $ 6,39 Mio. mit und baut sein Konto auf $ 225 Mio. aus. Da die internationalen Zahlen fast identisch sind, kann man also ein weltweites Einspiel von $ 440 Mio. vorweisen.

Der Sieger der Vorwoche musste seinen Thron genauso schnell räumen, wie er ihn eingenommen hat. Epic Movie bricht erwartungsgemäß stark ein, kommt in seiner zweiten Woche noch auf $ 8,41 Mio. und wird, schätze ich, nur noch zwei Wochen in dieser Liste auftauchen und dabei gut $ 50 Mio. einnehmen. Aktuell hat man jedenfalls schon $ 29,56 Mio. auf der Habenseite.

Obwohl von mir anders prognostiziert, konnte sich Because I Said So nur den zweiten Platz sichern und spielt dabei $ 13,12 Mio. ein. Bei über 82% weiblichem Publikum ist die Positionierung als weibl. Alternative zum Superbowl mehr als deutlich und auch das Abschneiden liegt im Rahmen vergleichbarer Genrekollegen.

Somit ist auch klar, dass Sonys The Messengers das Rennen gemacht hat und sich mit $ 14,71 Mio. die Spitzenposition ergruselt hat. Dabei ist anzumerken, dass man jedoch deutlich hinter den $ 21 Mio. vom letztjährigen Superbowl-Starter When A Stranger Calls liegt und das Gesamtergebnis des Wochenendes erneut um 13% niedriger liegt als im vergangenen Jahr. Nichtsdestotrotz wird man sich bei Sony freuen, denn a) hat der Film nur $ 16 Mio. gekostet und b) wird zum nächsten Superbowl-Wochenende mit dem Prom Night-Remake wieder schlagkräftiges Material an den Start gehen. Man muss ja schließlich den achten Sieg nach Hause fahren.

Dieses Wochenende gibt es dann erneut einen Horrorfilm und eine Komödie, die um die Gunst des Publikums kämpfen werden. Dabei wird man nun auch die ersten Starter mit 3000+ Kopien sehen, die vielleicht den ersten großen Streich des jungen Kinojahres hinlegen können. Mit dabei ist unter anderem das Prequel zu den bekannten Thrillern rund um den Kannibalen Hannibal Lecter : Hannibal Rising wird von MGM/Weinstein Company mit 3003 Kopien ausgestattet. Für die Stimulation der Lachmuskeln ist dagegen Paramounts/DreamWorks Norbit berufen, der Eddie Murphy erneut in mehreren Rollen und Maskeraden zeigt und mit 3136 Kopien an den Start rollt.

Sonntag, Februar 04, 2007

DVD-News en masse...

Eine Woche ist vergangen und schon häuft sich bei mir ein riesiger Berg an Neuigkeiten rund um die kleine Silberscheibe an, wobei man sagen muss, dass die Labels in der letzten Woche besonders fleißig gewesen sind, was Neuankündigungen anbelangt. Starten werde ich diese Zusammenfassung als erstes mit nachgereichten Coverartworks zu den drei "Literatur-DVDs" von Fox. Schade, dass man hier wohl höchstwahrscheinlich nicht die Originalmotive verwendet hat:Wir bleiben am besten bei Fox und Verfilmungen literarischer Werke, denn schon am 06. März diesen Jahres wird die The Ernest Hemingway Film Collection das Licht der Welt erblicken und mit fünf Filmen gespickt sein:
  • Hemingway's Adventures of a Young Man - Hemingways Abenteuer eines jungen Mannes
  • A Farewell to Arms - In einem anderen Land
  • The Snows of Kilimanjaro - Schnee am Kilimandscharo
  • The Sun Also Rises - Zwischen Madrid und Paris
  • Under My Skin
Folgende Extras werden zu den Filmen mit auf die Scheiben gepackt:

  • "Adventures of a Young Man" also includes a commentary by film historians Patricia King Hanson and Frank Thompson
  • "A Farewell To Arms" includes three "Fox Movietone News" segments
  • "The Snows of Kilimanjaro" features commentary with Hanson and Thompson, Conversations with Director Henry King and Writer Casey Robinson, "The Snows of Zanuck: The Making of Kilimanjaro" featurette (with commentary by producer David Brown, screenwriter Peter Viertel and film historian Scott McIsaac on the history of the film and studio legend Darryl F. Zanuck)
  • "The Sun Also Rises" includes "Hemingway on Film" and "The Old Men and The Bulls: The Making of The Sun Also Rises" featurettes
  • "Under My Skin" includes "Racing with Fate: John Garfield Under My Skin" featurette with commentary by John Garfield biographer Robert Nott, Professor Steven J. Ross and screenwriter Peter Viertel.
Als nächstes Label hat Paramount eine To Catch a Thief Neuauflage angekündigt, die zum 08. Mai in den Läden stehen wird. Leider sind noch nicht so viele News zu der VÖ durchgesickert. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass ein neuer Audiokommentar mit an Bord sein wird, sowie weitere Featurettes. Einen Blick aufs Artwork kann ich jedoch schon präsentieren:
Als letztes Label hat Universal Pictures einen ganzen Schwall an kleineren Boxsets mit teilweise heiß erwarteten Filmen angekündigt. Dabei ist unter anderem eine Pirates of the Golden Age Movie Collection, welche vier Filme als Barebones beinhalten wird und ab dem 08. Mai in den Regalen liegen wird.:
  • Against all Flags - Gegen alle Flaggen
  • Buccaneer's Girl - Die Piratenbraut
  • Yankee Buccaneer - Unter falscher Flagge
  • Double Crossbones
Schon eine Woche früher wird die Clint Eastwood: Western Icon Collection erscheinen, die drei seiner Universal-Arbeiten auf zwei DVDs enthalten wird, die leider auch ohne nennenswerte Extras auskommen müssen. Mit dabei sind:

  • High Plains Drifter - Ein Fremder ohne Namen
  • Joe Kidd - Sinola
  • Two Mules for Sister Sara - Ein Fressen für die Geier
Wir bleiben gleich bei Western, denn zwei sog. Classic Western Round-Ups werden ebenfalls von Universal herausgebracht, die jeweils vier klassische Genrebeiträge beinhalten werden, die auf 2 DVDs gepackt werden. Auch hier sieht es bei den Extras doch recht mager aus. Käuflich erwerben kann man die Mini-Sets ab dem 08. Mai:
Volume 1:
  • The Texas Rangers - Grenzpolizei Texas
  • Canyon Passage - Feuer am Horizont
  • Kansas Raiders - Reiter ohne Gnade
  • The Lawless Breed - Gesetzlose Brut



Volume 2:

  • The Texans - Über die Grenze entkommen
  • California - California
  • The Cimarron Kid - Flucht vor dem Tode
  • The Man from the Alamo - Der Mann aus Alamo



Endlich komme ich dann auch zum letzten Beitrag in diesem kleinen Artikel. Universals Cinema Classics Collection geht am 22. Mai in seine zweite Runde und es werden wieder vier interessante Titel präsentiert, die wohl alle den Weg in meine Sammlung finden werden, bzw. sich schon in meinem Besitz befinden. Jeder der Filme wird eine Einführung von Robert Osborne, seinerseits Gastgeber von Turner Classic Movies, erhalten, sowie mit den Originaltrailern ausgestattet sein. Dazu wird Scarface auch noch ein exklusive Ende beinhalten:
  • No Man of Her Own (1932)
  • Scarface (1932)
  • So Proudly We Hail! - Mutige Frauen
  • Unconquered - Die Unbesiegten

Die Chaoscamper


Es ist eine Crux mit dem Zeitalter in dem wir leben. Immer mehr technische Spielereien erleichtern uns das Sein, während die zwischenmenschliche Kommunikation immer mehr auf der Strecke bleibt, besonders bei jungen Menschen. Dies muss auch Bob Munro (Robin Williams) feststellen, als er versucht Kontakt mit seinen beiden Kindern aufzunehmen. Da die familiären Bande nicht mehr so fest zu sein scheinen, beschließt das Familienoberhaupt kurzerhand, den geplanten Trip nach Hawaii gegen eine Campingtour de Luxe einzutauschen, um den Geist der Familie herbei zu beschwören. Man könnte nun denken, dies sei ein nobles Unterfangen, doch in Wirklichkeit will Bob seinen Job retten, und reist inkognito mit seiner Familie zu einer Firmenpräsentation. So weiß der geneigte Filmfreund natürlich schon jetzt, das solch ein Doppelleben zu reichlich Verwirrungen führt und solch eine Story prädestiniert für eine Komödie zu sein scheint... Leider wusste man vor Besuch des Kinos, Einschalten des Fernseher oder Einlegen der DVD nicht, dass einem hier ein überaus plumper und klischeehafter Genrebeitrag untergejubelt wurde. Die Komik ergibt sich aus eigentlich überaus harmlosen Alltagssorgen eines jeden Campers, werden aber so krass überspitzt dargestellt, dass ihre Künstlichkeit nicht zu verbergen ist und so kaum bis gar keine Lacher erzeugt werden. Viel mehr tut es weh mit ansehen zu müssen, wie einfallslos diese Geschichte präsentiert wird. Die Charaktere sind dem Reißbrett entstanden, mit Klischees durchtränkt, wie z.B. die etwas beschränkte aber überaus liebenswürdige Gornicke-Familie oder aber auch Bobs Vorgesetzte. Soweit so schlecht, doch zum Ende wird noch eine Schippe Kohlen aufgelegt, denn diese Heraufbeschwörung der heilen Familie, samt "Alles-wendet-sich-zum-Guten-Ende", stinkt nur so vor amerikanischer Konservativität. 04/10 und die Gewissheit, dass niemand die Griswolds schlagen kann, wenn es um Urlaubskatastrophen geht.

Samstag, Februar 03, 2007

US Boxoffice (26.01 - 28.01)


So richtig ins Rollen ist das US-Kinojahr 2007 noch nicht gekommen, die meisten Neustarts dümpeln im Niemandsland herum und der Verlauf des Januars ist wesentlich schlechter als im Vorjahr, wo mit Underworld: Evolution und Big Momma’s House 2 wesentlich potenteres Filmmaterial mit besseres Halbwertszeit zu sehen war, denn auch die neue Nummer 1 dürfte ziemlich schnell wieder aus der Liste verschwinden. Vielleicht bringt der Februar ja etwas Aufschwung.

Es ist auf keinen Fall der Monat der Horrorfilme, denn sowohl der Neustart Blood and Chocolate ist mit $ 2,07 Mio. gerade einmal auf Platz 16 gekommen, wie auch letztwöchiger Einsteiger The Hitcher, der in seiner zweiten Woche schon auf den zehnten Platz gepurzelt ist und dabei $ 3,63 Mio. eingefahren hat, sind die aktuellsten Beweise für den Negativtrend.

Unverändert auf dem neunten Platz hat sich die königliche Familie breitgemacht, die gut 18% zulegt und so $ 4,01 Mio. in die Staatskasse gespült wird. Inzwischen ist das Einspiel von The Queen auf $ 41,25 Mio. angewachsen und bis zu der Oscarverleihung wird der Film sicherlich noch von seinen diversen Nominierungen zehren können.

Gleiches gilt auch für Pan’s Labyrinth, der sich zwar auch um 6% steigern konnte aber dafür einen Platz einbüßen musste. Nichtsdestotrotz reicht dies noch immer für $ 4,77 Mio. und der Gewissheit, das man in den USA inzwischen $ 16,52 Mio. einfahren konnte. Wie schon erwähnt ist das internationale Einspiel noch deutlich besser.

Nach sieben Wochen in den Top 10 neigt sich die Serie von Pursuit of Happyness langsam dem Ende zu. Dieses Wochenende konnte man nur noch den siebten Platz besetzen, wobei es noch immer für $ 4,98 Mio. gereicht hat, wodurch sich das Gesamteinspiel auf $ 152,93 Mio. erhöht hat. Noch zwei bis drei Wochen, dann wird der Film in dieser Liste nicht mehr auftauchen.

Von den Oscarnominierungen nicht profitieren konnte dagegen Dreamgirls, der um drei Plätze nach unten fällt und $ 6,74 Mio. für sich verbuchen kann. Somit kann es doch noch etwas knapper werden, wenn man die $ 100 Mio. Marke knacken möchte, da man bis jetzt nur $ 86,78 Mio. vorweisen kann.

Als erster Neueinsteiger hat sich die romantische Komödie Catch and Release von Sony auf Platz fünf gezwängt und kann sich mit $ 7,66 Mio. in guter Nachbarschaft zu ähnlich angesiedelten Produktionen wiegen. Für ein Erreichen der Produktionskosten in Höhe von $ 25 Mio. dürfte dieser Startbetrag jedoch nicht reichen. Auch hier muss man wohl auf die DVD-Auswertung hoffen.

Nach zwei Wochen an der Spitze wurde der Tanzfilm Stomp the Yard jetzt vertrieben und konnte aufgrund von neuerlichen $ 7,69 Mio. die $ 50 Mio. Marke knacken – man liegt bei $ 50,54 Mio. – und sich mit dem Titel rühmen, die Liste der 2007er-Starts anzuführen. Wobei letzteres nur eine Frage der Zeit ist, bis auch diese Spitzenposition flöten geht.

Unverändert zäh bleibt weiterhin Night at the Museum, der mit Drops von 20% einfach nicht aus der Top 3 zu vertreiben ist. Nach sechs Wochen sind schon $ 216,85 Mio. auf dem Konto, von denen die $ 9,56 Mio. des vergangenen Wochenendes nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. $ 250 Mio. wird der Film wohl noch packen.

Frisch auf Platz zwei ist Univerals Smokin‘ Aces gelandet, der mit $ 14,64 Mio. einen guten Start hingelegt hat und pro Kopie fast den gleichen Schnitt wie die Nummer 1 umgesetzt hat, während letztere in wesentlich mehr Kinos zu sehen gewesen ist. Da die Produktionskosten mit $ 17 Mio. relativ gering sind, wird man sich bei Universal um so mehr freuen.

So ist es nun auch klar, dass Foxs Epic Movie auf Platz 1 gestürmt ist und mit $ 18,61 Mio. ungefähr im gleichen Spektrum von vergleichbaren Produktionen wie Date Movie gestartet ist. Nimmt man diesen Film dann auch als Maßstab für das weitere Abschneiden an den Kinokassen, dürfte das Gastspiel von Epic Movie sehr schnell wieder vorbei sein.

Dieses Wochenende gehen dann nur zwei große Neustarts ins Rennen, die auch noch mit fast identischen Kopienzahlen (2256 zu 2258) ausgestattet werden. Mit dabei ist Univerals romantische Komödie Because I Said So, die mit Darstellern wie Diane Keaton und Mandy Moore Jung und Alt ansprechen könnte und meiner Meinung nach den ersten Platz erstürmen wird. Auch für die Horrorfraktion gibt es neues Futter, denn Sony schickt The Messengers an, sich auf den Platz an der Sonne zu kämpfen. Für mich ist der Film chancenlos und dürfte ihn dürfte wohl das gleiche Schicksal seiner Genrekollegen ereilen.