Dienstag, Februar 13, 2007

Walking Tall - Auf eigene Faust

Frisch aus dem Krisengebiet zurück, muss der Ex-Special Forces Chris Vaughn (The Rock) mitansehen, wie sein beschauliches Heimatdorf zu einem Sündenpfuhl mutiert ist, wo ehemalige Klassenkameradinnen ihr Geld mit Strippen verdienen müssen und Sportkumpanen von damals zu Unterweltgrößen herangewachsen sind. Was macht man in solch einer Situation als mündiger Bürger? Richtig, man schnappt sich ein Stück Zedernholz und geht Schinkenklopfen. Doch ganz so einfach ist es nicht, vorher muss Vaughn erstmal Prügel einstecken und da auch die örtliche Polizei geschmiert wird, erfolgt ganzer Krafteinsatz beim Zerlegen der örtlichen Zockerbuchte de Luxe. Natürlich ist der Eigentümer, besagter Unterweltheini, wenig glücklich und sieht sich schon auf der sicheren Seite, doch da wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Nicht nur, dass Vaughn im Prozess wegen der Inneneinrichtungssache freigesprochen wird, nein, seine Argumente waren so schlagkräftig, dass der Dorfpöbel ihn zum neuen Sheriff wählt. Nun kann die Party steigen, wenngleich jugendfreundlich auf PG-13 Niveau und gemeinsam mit seinem trotteligen Deputy Ray (Johnny Knoxville) geht man die Ungezieferplage an. Wie gesagt, das ist alles im PG-13 Rahmen, sodass die-Hard Actionfans wohl eher mit der Stirn runzeln, angesichts der wenigen Actionszenen, deren Bildausschnitt dann so gewählt ist, dass man erst gar keine Details sieht. Sicherlich wird sich auch ordentlich geprügelt und besagtes Holzstück kommt zu tüchtigem Einsatz, was schließlich auch für kurzweilige Unterhaltung sucht, doch wirklich aufregend ist das dann auch nicht. Gleiches gilt für den Plot, der nur wenig verändert vom gleichnamigen Original aus dem Jahr 73 übernommen wurde, und allein durch solch heiße Szenen im Gerichtssaal inkl. Sheriffwählaktion für manch Schenkelklopfer sorgen dürfte. Aber hey, für den Film reicht's. Natürlich darf auch nicht die obligatorische Liebesstory fehlen und natürlich ist es die arme Stripperin, die da vernascht wird, ihren Job an den Nagel hängt und sowieso ist nach Beseitigung des Dorfübels wieder heile Welt. Hach, so einfach können Filme sein. Muss manchmal eben auch mal sein. 06/10

Sonntag, Februar 11, 2007

Aus dem Leben eines Cinephilen...


... ein Blick auf den Chronograph verrät es: 05:05 Uhr, Sonntag, der 11.02.07. Zeit aufzubrechen. Nach dem Zwiebelprinzip hülle ich mich in diverse Kleidungslagen, um dann wie die Inkarnation des Michelinmännchens auszusehen. Mit meiner heißen Mütze hätte ich aber mindestens auch einen tollen Einbrecher gemacht. So nur noch schnell in die Schuhe rein, die Tür hinter sich zugezogen, der Bus kommt ja schon um 05:19. Doch was ist das? Alles Abtasten der Jacken-, Hosen-, oder sonstigen Taschen blieb erfolglos. Habe ich mich wirklich ausgesperrt? Meine einzige Hoffnung: Die Haustür nicht verschlossen... Negativ. Also Handy rausgeholt, meine Mutter wachgeklingelt, die dann ihrem Sohnemann reichlich schlaftrunken die Schlüssel herausgegeben hat. Ein böses Omen für den weiteren Verlauf meiner Mission? Egal, das Ziel fest vor Augen verlies ich das heimische Gefilde hinaus ins Schneetreiben. Bei -6°C Außentemperatur und einem Windchill, der sibirisches Klima vorgaukelt, kamen mir schon die ersten Zweifel und Fragen, warum ich diesen Scheiß mache, wo ich doch in meinem gemütlichen Bett schlafen könnte. Aber ein Mann muss tun, was ein Mann zu tun hat und so bewegte ich mich unaufhaltsam hin zum Wartehäuschen.
Einen Vorteil hat das frühe Aufbrechen schon. Es scheint niemand unterwegs zu sein und der schlafende Riese Berlin wirkt unschuldig und verletzlich. Aber halt, ich sollte mich geirrt habe, denn im Bus da waren sie, die letzten Nachtschwärmer auf der Heimreise. Die Gesichter sprachen Bände, von feuchtfröhlichen Feiern und Liebesnächten, Freude, Spaß und Erbrechen. Mit letzter Kraft hielt man sich auf den Beinen und philosophierte rhetorisch perfekt über das Sexualleben ihrer Bekanntinnen, wer denn noch Jungfrau sei. Ich kam mir irgendwie fremd vor: Nicht betrunken und doch noch reichlich tabsig auf den Beinen und mit jeder weiteren Station füllte sich das Nahverkehrstransportmittel mit weiteren Geschöpfen der Nacht. Es wäre ein Leichtes gewesen, hier und jetzt ein holdes weibliches Wesen in seinen Bann zu ziehen, doch ich war zu Höherem berufen. Mein Umsteigebahnhof war erreicht und schnell war auch der Bahnsteig erklommen. Doch die nun folgenden Minuten waren sicherlich die längsten des gesammten Sonntages: Der Wind pfiff durch das Vordach und ich erstarrte zu einem menschlichen Eisblock. Ich hatte mich schon damit angefreundet, der nächste Ötzi zu werden, da rollten sie herein die Bahn, pünktlich und mit jeder Menge Sitzplätzen. Wenn das doch immer so wäre. Nun hieß es wachzubleiben, Herr über die Müdigkeit zu sein. Andernorts war der Kampf entschieden, die Protagonisten in fremden Sphären. Wie ein leuchtender Wurm schlängelte sich der Zug durch die Berliner Innenstadt, die Leuchtreklame hell am Strahlen und hier und da war auch schon eine Wohnung beleuchtet. Vielleicht war es eine meiner Busbekanntschaften, die gerade in richtig Bett torkelt.... hmmm.... Bett. Aber ich blieb standhaft. Noch einmal musste ich umsteigen und zu meiner Verwunderung war hier schon etwas mehr los. Konkurrenzgefühle stiegen in mir auf. Ob die wohl auch das gleiche Ziel wie ich haben mögen?
Endlich da. Erneut hinaus in die Kälte. Die Hintertür, mit der man vom Bahnhof direkt in die Arkaden kommen kann, verschlossen, so hatte es den Anschein, also raus und rum um den Block, samt einmal verlaufen. Kostbare Zeit verloren? Ein Platz weiter hinten in der Schlange? Vielleicht. Um kurz nach 6 war ich dann dort und nicht nur ich, mindestens 20 nicht weniger kranke Vögel haben schon ihr Quartier, alle nicht minder müde und doch liegt eine Stimmung von Hysterie in der Luft. Nummer 3 in der Schlange, noch gute Chancen auf Premierenkarten aber noch vier Stunden, die todzuschlagen sind. Die Arkaden nur spärlich beleuchtet, manch einer noch eine Mütze schlaf tankend, stand ich unter Ihnen, die allesamt vom Virus Film befallen sind. Die Thermosflachen gut gefüllt, nippte man an seinem Heißgetränk und schnell bildeten sich kleine Grüppchen, die Zweckgemeinschafteten gründeten. Wir waren ja alle im gleichen Boot. Ist es nicht schön unter Gleichgesinnten zu sein? Schon bald begann das Fachsimpeln und auch ich schloss mich mit Leuten meiner Altersklasse kurz, die hier schon seit fast 4 Uhr am warten waren. So verging die erste Stunde fast wie im Flug, was auch sicherlich an der Müdigkeit gelegen hat. Gegen 7 kam Bewegung in die Sache, man machte immerhin das Licht in den Arkaden an und die ersten Putztrupps bahnten sich ihren Weg durch die Hallen. Argwöhnisch wurde sie betrachtet, die Spezies Filmverrückter, die sich hier am Sonntagmorgen tummelt. Mal sitzend, mal stehend versuchte ich mich mit dem Gelände zu arrangieren. Man hat zwar bei der Bundeswehr beigebracht bekommen, wie man sich im Feld am Leben halten kann, doch auf solch eine Situation wurde man nicht vorbereitet. Endlich kam Versträkung für mich, sogar in weiblicher Form und damit hatte ich nicht gerechnet. Anstelle von Frank, unserem Filmclubleiter, tauchte seine weibliche Geheimwaffe, Filmclubmitglied und ehemalige Mitschülerin meines Semesters auf. Ob er wohl meint, die Waffen der Frauen würden beim Kampf um die Karten im Vorteil sein? Er jedenfalls hat das Hauptquartier vor dem Rechner besetzt. Mit solch sympathischer Gesellschaft schien auch die zweite Stunde ein Leichtes zu sein. Draußen dämmerte es dann langsam und die Schlange vor den Kassenhäuschen wuchs allmählich an. Es zahlte sich aus, auf Schlaf verzichtet zu haben. Nichtsdestotrotz ersehnte ich mir mein Bett her und ich freute mich, irgendwann gegen 10 Uhr wieder die Heimreise antreten zu dürfen. Eigentlich wollte ich ja gemütlich ein Buch lesen aber die Hummeln in meinem Hintern haben es verhindert. Ich habe bestimmt fünfmal die Arkaden abgelaufen, mir die Nase an den Schaufenstern plattgedrückt, mir Dessous, Schmuck, Zeitungen und Schuhe von außen angeschaut, während meine zwei Begleiter, inzwischen ist auch der gute Jay eingetrudelt, die Stellung gehalten und unseren Platz in der Reihe verteidigt haben. Immerhin waren meine Erkundungstouren nicht vollkommen sinnlos, habe ich doch die Toiletten entdeckt. Entdeckt ist in diesem Zusammenhang auch der richtige Wortlaut, sollte man sich doch frühzeitig entscheiden, dass die Blase drückt, denn für spontane Pinkelanfälle hätte man einen olympiareifen Sprint hinlegen müssen. Gut zweieinhalb Stunden vorbei und in der Magengegend machte sich eine gewisse Leere bereit. Zeit für ein Frühstück. Und wo geht man als gemeiner Filmfreak zu dieser Zeit speisen? Genau, zu McDonalds und sich erst einmal einen Big Mäc reingezogen. Irgendwie hatte ich den aber wesentlich größer in Erinnerung. Es geht doch nichts über nen richtigen Whopper, aber in der Not frisst ja auch der Teufel fliegen. Nach unserem oppulenten Mahl startete ich zu einem erneuten Verdauungsspaziergang, denn das Sprechen fiel mir inzwischen schwer, dauernd verhaspelte ich mich. Jaja, die Müdigkeit ist unberechenbar. Inzwischen haben sich immer mehr Menschen eingefunden, bewaffnet mit Berlinale Programm und anderen Utensilien, um die Zeit bis zum Verkaufsstart zu überbrücken. Welch ein erhabenes Gefühl an der langen Schlange vorbei zu seiner Position an der Spitze zu tänzeln. Gegen 09:30, nach weiteren Kilomtern in den Arkaden und der Gewissheit, alle Spitzenhöschen gesehen und Arbeitskräfte mit Vornahmen zu kennen, kam Unruhe unter den Wartenden auf. Nur noch 30 Minuten und die Positionskämpfe begonnen. Zwielichtige Geschäfte wurden beschlossen, kaufst du mir, so kauf ich dir und auch ich war bereit das Kassenhäuschen zu erstürmen, koste es was es wolle. Die Jalousien gingen hoch, die ersten Karten wechselten den Besitzer und langsam machte sich Unsicherheit breit, ob man noch Premierentickets erhalten würde. Spätestens als der Vordermann eine lange Liste mit Vorstellungen vorlas, sah ich meine Fälle davonschwimmen, doch, endlich waren wir dran und, es gab noch welche. Stolz wie Oskar hielten wir sie dann in der Hand, nach 4 Stunden warten und fast 24 Stunden auf den Beinen, die ersehnten Tickets zur Premiere von 300. Die Rückreise selbst erlebte ich nur noch schemenhaft, zu groß war die Sehnsucht nach meinem Bett und endlich zu Hause angekommen, empfingen mich meine grad aufgestandenen Eltern mit einem ausgiebigen Frühstück, nach dessen Verzehrung ich mich auch erst einmal in mein Bett verkrochen habe. Ja, so verbringen Cinephile ihren Sonntag. Wär ja auch langweilig, wenn man "normal" wäre.

Samstag, Februar 10, 2007

Ruby & Quentin - Der Killer und die Klette


Zwei französische Schauspielgrößen der Neuzeit zusammen in einer Actionkomödie, das klingt doch gar nicht übel. Und ja, Ruby & Quentin stellt sich als ein durchaus unterhaltsames, wie kurzweiliges Filmchen französischer Bauart heraus, welches vor allem von den routinierten Schauspielern getragen wird und so die stellenweise monotonen stereotypen Wiederholungen kaschieren kann. Das große Problem des Films besteht jedoch darin, dass man aufgrund der festgelegten Rollenverteilungen wenig Spielraum hat und man sich deshalb immer aus dem einen Ideentopf bedient, sodass die anfangs witzige Idee, Gérard Depardieu alias. Quentin, ein recht einfältiger aber überaus sympathischer Mensch, mit Ruby alias. Jean Reno zusammenzubringen, der hier das komplette Gegenstück zu Depardieus Rolle abgibt und gleichzeitig sein Léon Image etwas karikiert. So entwickeln sich besonders in der Anfangsphase einige überaus witzige Ideen. Doch im Laufe des Films verliert diese Konstellation an Reiz und die Lachquote geht merklich zurück. Dazu kommen typische Buddymovieklischees und der Rest des Werkes entwickelt sich zu gewöhnlicher Massenware ohne nennenswerte Innovationen. Das alles reicht jedoch noch zu kurzweiliger Unterhaltung und wer Reno und Depardieu mal in Frauenkleidern sehen möchte, der sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen, zumal der Score auch nicht übel ist. 06/10

Lucky Number Slevin


A Kansas City Shuffle is when everybody looks right, you go left. Dieser kurze Satz von Mr. Goodkat (Bruce Willis) erklärt die Quintessenz dieses Filmes. Immer wenn man meint, man scheint zu ahnen, was als nächstes passieren könnte, lässt uns Regisseur Paul McGuigan alt aussehen und der Film schlägt einen weiteren, unvorgesehenen Haken. So kommt man sich in den ersten Filmminuten wohl genauso verloren vor, wie unser Protagonist Slevin (Josh Hartnett). Erst mit der Zeit werden einige Zusammenhänge klar und ein wachsames Auge des Zuschauers vorausgesetzt, kann man manche Dinge schon etwas früher lokalisieren. Doch selbst dann noch, wenn der Hase aus dem Kasten zu sein scheint, wird einem wieder aufgezeigt, wie falsch man doch gelegen hat und doch ergibt am Ende alles einen Sinn und hier muss man vor dem Autorenteam seinen Hut ziehen, dass man so einen Plot gezaubert hat, der nicht erzwungen wirkt, sondern leicht von der Hand zu gehen scheint. Dazu gesellen sich Dialoge der Spitzenklasse, die mal maschinengewehrgleich aus Lindseys (Lucy Liu) Munde abgefeuert werden oder trocken, zelebriert von The Boss (Morgan Freeman) oder The Rabbi (Ben Kingsley) entstammen. Man merkt schon, dass auch am Cast nicht gespart wurde und das Zusammenspiel der einzelnen Actor ist ebenso stimmig, wie der klanggewaltige Soundtrack. Schade, dass solch ein Film nicht den Weg ins deutsche Kino gefunden hat. So führt der Weg in die Videothek oder am besten gleich zum nächsten DVD-Dealer, denn diesen Knüller sollte man nicht verpassen. 09/10

Maniac


Willkommen bei einer weiteren Episode: Frankie meets an infamous movie. In der heutigen Folge wird Maniac näher unter die Lupe genommen, der sich unter anderem damit rühmen kann, in Deutschland in seiner ungeschnittenen Form beschlagnahmt zu sein. Ein gewisser Ruf eilt ihm also voraus. Fragt sich nur, ob dieser auch berechtigt ist. Gemischte Gefühle machen sich breit, sobald der Abspann über die Leinwand flimmert, bietet der Film doch gute wie auch negative Aspekte, die bei der Addition der Pros und Cons als Summe jedoch eine weitere Entmystifizierung eines 131ers hervorbringt. Wieder einmal steht ein gestörtes Mutter-Sohn-Verhältnis Pate, um den Mordtrieb des Serienkillers Frank Zito (Joe Spinell) zu erklären. Ja, man merkt schon in den ersten Szenen Zitos, dass dieser Mann ein gewaltiges Problem hat und man muss Joe Spinell für sein teilweise beängstigend gutes Spiel loben, der seiner Figur so die nötige Leinwandpräsenz gibt. Es liegt schon einmal nicht an den Schauspielern, abgesehen vom dramatischen Overacting einiger Mordopfer, dass der Film nicht der größte Knaller ist. Problematisch wird es hingegen beim Aufbau von Suspense und einer entsprechenden Atmosphäre. Jenes gelingt Regisseur William Lustig z.B. in der Bahnhofsszene oder beim Überfall auf das Model sehr gut, während die anderen Sequenzen mehr von der exzessiven Gewalt leben oder sogar in Monotonie versinken. Es ist sozusagen ein auf und ab. Immer wieder verflacht der Film, zeigen sich exorbitante Drehbuchschwächen auf, die nicht mehr zu kaschieren sind. Hier sei nur das Verhältnis von Frank zu Anna zu nehmen, welches deplaziert wirkt und mehr Fragen aufwirft als beantwortet. So wie sich der Film als Ganzes gibt, so ist auch das Finale in jene Zweiteilung gezwängt, denn diese erzwungene Hintertür für ein Sequel wirkt nicht minder einfallsreich, als in vielen weiteren Genrekollegen. Teilweise viel heiße Luft um nichts. 06/10

Freitag, Februar 09, 2007

US Boxoffice (02.02 - 04.02)


It’s Superbowl Sunday und die US-Kinos sind wie leer gefegt. Nichtsdestotrotz jagte ein Rekord den nächsten, wenn’s um immer höhere Zuschauerzahlen an diesem bestimmten Wochenende im Februar ging und seit inzwischen sieben Jahren ist das Superbowl Wochenende Sony Wochenende, denn seit 2001 und The Wedding Planner war immer eine Sony-Produktion auf Platz 1, so auch in diesem Jahr.

Es scheint so, als wenn ein Ende der Monarchie naht, denn The Queen hält sich nur noch auf dem zehnten Platz, spielt dabei aber noch immer $ 2,65 Mio. ein und befindet sich in der 19. Regierungswoche. Innerhalb dieser Zeit hat sich ein Gesamteinspiel von $ 45,46 Mio. angehäuft.

Nach nunmehr acht Wochen scheint das Intermezzo von Pursuit of Happyness beendet zu sein. Zwar konnte man sich dieses Wochenende noch auf den neunten Platz retten und neuerliche $ 2,97 Mio. für sich verbuchen, die das Gesamtergebnis auf $ 157,22 Mio. anheben, doch ein Auftauchen in der kommenden Top Ten Liste ist mehr als unwahrscheinlich.

Den Platz der Vorwoche verteidigt hat dafür Pan’s Labyrinth, der weitere $ 3,68 Mio. umsetzen konnte und ein Zwischenergebnis von $ 21,72 Mio. vorweisen kann. Es scheint, als wenn dieser Film als einziger wirklich von den diversen Oscarnominierungen profitieren kann.

Es geht nämlich auch für die Dreamgirls abwärts. Inzwischen auf den siebten Platz gepurzelt, musste man einen 40% Drop über sich ergehen lassen und kommt somit auf glatt $ 4 Mio. Noch immer ist die Centurymarke nicht geknackt und man steht bei $ 92,75 Mio. Vielleicht klappt’s ja diese Woche.

Ebenfalls in Richtung Erdgeschoß geht es für Stomp the Yard, der weiterhin der Spitzenreiter des aktuellen Jahres ist und dank der $ 4,06 Mio. seinen Vorsprung auf $ 55,86 Mio. hat ausbauen können. Wer hätte das gedacht.

Genreübliche hohe Einbußen musste auch Smokin‘ Aces einstecken, der knapp 60% verliert und somit noch auf $ 6,11 Mio. kommt. Zum Glück sind die Produktionskosten mit $ 17 Mio. sehr gering, sodass das Zwischenergebnis von $ 24,74 Mio. dann doch ganz gut ausschaut.

Über diesen Film muss ich nichts mehr verlieren. Night at the Museum nimmt erneut $ 6,39 Mio. mit und baut sein Konto auf $ 225 Mio. aus. Da die internationalen Zahlen fast identisch sind, kann man also ein weltweites Einspiel von $ 440 Mio. vorweisen.

Der Sieger der Vorwoche musste seinen Thron genauso schnell räumen, wie er ihn eingenommen hat. Epic Movie bricht erwartungsgemäß stark ein, kommt in seiner zweiten Woche noch auf $ 8,41 Mio. und wird, schätze ich, nur noch zwei Wochen in dieser Liste auftauchen und dabei gut $ 50 Mio. einnehmen. Aktuell hat man jedenfalls schon $ 29,56 Mio. auf der Habenseite.

Obwohl von mir anders prognostiziert, konnte sich Because I Said So nur den zweiten Platz sichern und spielt dabei $ 13,12 Mio. ein. Bei über 82% weiblichem Publikum ist die Positionierung als weibl. Alternative zum Superbowl mehr als deutlich und auch das Abschneiden liegt im Rahmen vergleichbarer Genrekollegen.

Somit ist auch klar, dass Sonys The Messengers das Rennen gemacht hat und sich mit $ 14,71 Mio. die Spitzenposition ergruselt hat. Dabei ist anzumerken, dass man jedoch deutlich hinter den $ 21 Mio. vom letztjährigen Superbowl-Starter When A Stranger Calls liegt und das Gesamtergebnis des Wochenendes erneut um 13% niedriger liegt als im vergangenen Jahr. Nichtsdestotrotz wird man sich bei Sony freuen, denn a) hat der Film nur $ 16 Mio. gekostet und b) wird zum nächsten Superbowl-Wochenende mit dem Prom Night-Remake wieder schlagkräftiges Material an den Start gehen. Man muss ja schließlich den achten Sieg nach Hause fahren.

Dieses Wochenende gibt es dann erneut einen Horrorfilm und eine Komödie, die um die Gunst des Publikums kämpfen werden. Dabei wird man nun auch die ersten Starter mit 3000+ Kopien sehen, die vielleicht den ersten großen Streich des jungen Kinojahres hinlegen können. Mit dabei ist unter anderem das Prequel zu den bekannten Thrillern rund um den Kannibalen Hannibal Lecter : Hannibal Rising wird von MGM/Weinstein Company mit 3003 Kopien ausgestattet. Für die Stimulation der Lachmuskeln ist dagegen Paramounts/DreamWorks Norbit berufen, der Eddie Murphy erneut in mehreren Rollen und Maskeraden zeigt und mit 3136 Kopien an den Start rollt.

Sonntag, Februar 04, 2007

DVD-News en masse...

Eine Woche ist vergangen und schon häuft sich bei mir ein riesiger Berg an Neuigkeiten rund um die kleine Silberscheibe an, wobei man sagen muss, dass die Labels in der letzten Woche besonders fleißig gewesen sind, was Neuankündigungen anbelangt. Starten werde ich diese Zusammenfassung als erstes mit nachgereichten Coverartworks zu den drei "Literatur-DVDs" von Fox. Schade, dass man hier wohl höchstwahrscheinlich nicht die Originalmotive verwendet hat:Wir bleiben am besten bei Fox und Verfilmungen literarischer Werke, denn schon am 06. März diesen Jahres wird die The Ernest Hemingway Film Collection das Licht der Welt erblicken und mit fünf Filmen gespickt sein:
  • Hemingway's Adventures of a Young Man - Hemingways Abenteuer eines jungen Mannes
  • A Farewell to Arms - In einem anderen Land
  • The Snows of Kilimanjaro - Schnee am Kilimandscharo
  • The Sun Also Rises - Zwischen Madrid und Paris
  • Under My Skin
Folgende Extras werden zu den Filmen mit auf die Scheiben gepackt:

  • "Adventures of a Young Man" also includes a commentary by film historians Patricia King Hanson and Frank Thompson
  • "A Farewell To Arms" includes three "Fox Movietone News" segments
  • "The Snows of Kilimanjaro" features commentary with Hanson and Thompson, Conversations with Director Henry King and Writer Casey Robinson, "The Snows of Zanuck: The Making of Kilimanjaro" featurette (with commentary by producer David Brown, screenwriter Peter Viertel and film historian Scott McIsaac on the history of the film and studio legend Darryl F. Zanuck)
  • "The Sun Also Rises" includes "Hemingway on Film" and "The Old Men and The Bulls: The Making of The Sun Also Rises" featurettes
  • "Under My Skin" includes "Racing with Fate: John Garfield Under My Skin" featurette with commentary by John Garfield biographer Robert Nott, Professor Steven J. Ross and screenwriter Peter Viertel.
Als nächstes Label hat Paramount eine To Catch a Thief Neuauflage angekündigt, die zum 08. Mai in den Läden stehen wird. Leider sind noch nicht so viele News zu der VÖ durchgesickert. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass ein neuer Audiokommentar mit an Bord sein wird, sowie weitere Featurettes. Einen Blick aufs Artwork kann ich jedoch schon präsentieren:
Als letztes Label hat Universal Pictures einen ganzen Schwall an kleineren Boxsets mit teilweise heiß erwarteten Filmen angekündigt. Dabei ist unter anderem eine Pirates of the Golden Age Movie Collection, welche vier Filme als Barebones beinhalten wird und ab dem 08. Mai in den Regalen liegen wird.:
  • Against all Flags - Gegen alle Flaggen
  • Buccaneer's Girl - Die Piratenbraut
  • Yankee Buccaneer - Unter falscher Flagge
  • Double Crossbones
Schon eine Woche früher wird die Clint Eastwood: Western Icon Collection erscheinen, die drei seiner Universal-Arbeiten auf zwei DVDs enthalten wird, die leider auch ohne nennenswerte Extras auskommen müssen. Mit dabei sind:

  • High Plains Drifter - Ein Fremder ohne Namen
  • Joe Kidd - Sinola
  • Two Mules for Sister Sara - Ein Fressen für die Geier
Wir bleiben gleich bei Western, denn zwei sog. Classic Western Round-Ups werden ebenfalls von Universal herausgebracht, die jeweils vier klassische Genrebeiträge beinhalten werden, die auf 2 DVDs gepackt werden. Auch hier sieht es bei den Extras doch recht mager aus. Käuflich erwerben kann man die Mini-Sets ab dem 08. Mai:
Volume 1:
  • The Texas Rangers - Grenzpolizei Texas
  • Canyon Passage - Feuer am Horizont
  • Kansas Raiders - Reiter ohne Gnade
  • The Lawless Breed - Gesetzlose Brut



Volume 2:

  • The Texans - Über die Grenze entkommen
  • California - California
  • The Cimarron Kid - Flucht vor dem Tode
  • The Man from the Alamo - Der Mann aus Alamo



Endlich komme ich dann auch zum letzten Beitrag in diesem kleinen Artikel. Universals Cinema Classics Collection geht am 22. Mai in seine zweite Runde und es werden wieder vier interessante Titel präsentiert, die wohl alle den Weg in meine Sammlung finden werden, bzw. sich schon in meinem Besitz befinden. Jeder der Filme wird eine Einführung von Robert Osborne, seinerseits Gastgeber von Turner Classic Movies, erhalten, sowie mit den Originaltrailern ausgestattet sein. Dazu wird Scarface auch noch ein exklusive Ende beinhalten:
  • No Man of Her Own (1932)
  • Scarface (1932)
  • So Proudly We Hail! - Mutige Frauen
  • Unconquered - Die Unbesiegten

Die Chaoscamper


Es ist eine Crux mit dem Zeitalter in dem wir leben. Immer mehr technische Spielereien erleichtern uns das Sein, während die zwischenmenschliche Kommunikation immer mehr auf der Strecke bleibt, besonders bei jungen Menschen. Dies muss auch Bob Munro (Robin Williams) feststellen, als er versucht Kontakt mit seinen beiden Kindern aufzunehmen. Da die familiären Bande nicht mehr so fest zu sein scheinen, beschließt das Familienoberhaupt kurzerhand, den geplanten Trip nach Hawaii gegen eine Campingtour de Luxe einzutauschen, um den Geist der Familie herbei zu beschwören. Man könnte nun denken, dies sei ein nobles Unterfangen, doch in Wirklichkeit will Bob seinen Job retten, und reist inkognito mit seiner Familie zu einer Firmenpräsentation. So weiß der geneigte Filmfreund natürlich schon jetzt, das solch ein Doppelleben zu reichlich Verwirrungen führt und solch eine Story prädestiniert für eine Komödie zu sein scheint... Leider wusste man vor Besuch des Kinos, Einschalten des Fernseher oder Einlegen der DVD nicht, dass einem hier ein überaus plumper und klischeehafter Genrebeitrag untergejubelt wurde. Die Komik ergibt sich aus eigentlich überaus harmlosen Alltagssorgen eines jeden Campers, werden aber so krass überspitzt dargestellt, dass ihre Künstlichkeit nicht zu verbergen ist und so kaum bis gar keine Lacher erzeugt werden. Viel mehr tut es weh mit ansehen zu müssen, wie einfallslos diese Geschichte präsentiert wird. Die Charaktere sind dem Reißbrett entstanden, mit Klischees durchtränkt, wie z.B. die etwas beschränkte aber überaus liebenswürdige Gornicke-Familie oder aber auch Bobs Vorgesetzte. Soweit so schlecht, doch zum Ende wird noch eine Schippe Kohlen aufgelegt, denn diese Heraufbeschwörung der heilen Familie, samt "Alles-wendet-sich-zum-Guten-Ende", stinkt nur so vor amerikanischer Konservativität. 04/10 und die Gewissheit, dass niemand die Griswolds schlagen kann, wenn es um Urlaubskatastrophen geht.

Samstag, Februar 03, 2007

US Boxoffice (26.01 - 28.01)


So richtig ins Rollen ist das US-Kinojahr 2007 noch nicht gekommen, die meisten Neustarts dümpeln im Niemandsland herum und der Verlauf des Januars ist wesentlich schlechter als im Vorjahr, wo mit Underworld: Evolution und Big Momma’s House 2 wesentlich potenteres Filmmaterial mit besseres Halbwertszeit zu sehen war, denn auch die neue Nummer 1 dürfte ziemlich schnell wieder aus der Liste verschwinden. Vielleicht bringt der Februar ja etwas Aufschwung.

Es ist auf keinen Fall der Monat der Horrorfilme, denn sowohl der Neustart Blood and Chocolate ist mit $ 2,07 Mio. gerade einmal auf Platz 16 gekommen, wie auch letztwöchiger Einsteiger The Hitcher, der in seiner zweiten Woche schon auf den zehnten Platz gepurzelt ist und dabei $ 3,63 Mio. eingefahren hat, sind die aktuellsten Beweise für den Negativtrend.

Unverändert auf dem neunten Platz hat sich die königliche Familie breitgemacht, die gut 18% zulegt und so $ 4,01 Mio. in die Staatskasse gespült wird. Inzwischen ist das Einspiel von The Queen auf $ 41,25 Mio. angewachsen und bis zu der Oscarverleihung wird der Film sicherlich noch von seinen diversen Nominierungen zehren können.

Gleiches gilt auch für Pan’s Labyrinth, der sich zwar auch um 6% steigern konnte aber dafür einen Platz einbüßen musste. Nichtsdestotrotz reicht dies noch immer für $ 4,77 Mio. und der Gewissheit, das man in den USA inzwischen $ 16,52 Mio. einfahren konnte. Wie schon erwähnt ist das internationale Einspiel noch deutlich besser.

Nach sieben Wochen in den Top 10 neigt sich die Serie von Pursuit of Happyness langsam dem Ende zu. Dieses Wochenende konnte man nur noch den siebten Platz besetzen, wobei es noch immer für $ 4,98 Mio. gereicht hat, wodurch sich das Gesamteinspiel auf $ 152,93 Mio. erhöht hat. Noch zwei bis drei Wochen, dann wird der Film in dieser Liste nicht mehr auftauchen.

Von den Oscarnominierungen nicht profitieren konnte dagegen Dreamgirls, der um drei Plätze nach unten fällt und $ 6,74 Mio. für sich verbuchen kann. Somit kann es doch noch etwas knapper werden, wenn man die $ 100 Mio. Marke knacken möchte, da man bis jetzt nur $ 86,78 Mio. vorweisen kann.

Als erster Neueinsteiger hat sich die romantische Komödie Catch and Release von Sony auf Platz fünf gezwängt und kann sich mit $ 7,66 Mio. in guter Nachbarschaft zu ähnlich angesiedelten Produktionen wiegen. Für ein Erreichen der Produktionskosten in Höhe von $ 25 Mio. dürfte dieser Startbetrag jedoch nicht reichen. Auch hier muss man wohl auf die DVD-Auswertung hoffen.

Nach zwei Wochen an der Spitze wurde der Tanzfilm Stomp the Yard jetzt vertrieben und konnte aufgrund von neuerlichen $ 7,69 Mio. die $ 50 Mio. Marke knacken – man liegt bei $ 50,54 Mio. – und sich mit dem Titel rühmen, die Liste der 2007er-Starts anzuführen. Wobei letzteres nur eine Frage der Zeit ist, bis auch diese Spitzenposition flöten geht.

Unverändert zäh bleibt weiterhin Night at the Museum, der mit Drops von 20% einfach nicht aus der Top 3 zu vertreiben ist. Nach sechs Wochen sind schon $ 216,85 Mio. auf dem Konto, von denen die $ 9,56 Mio. des vergangenen Wochenendes nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. $ 250 Mio. wird der Film wohl noch packen.

Frisch auf Platz zwei ist Univerals Smokin‘ Aces gelandet, der mit $ 14,64 Mio. einen guten Start hingelegt hat und pro Kopie fast den gleichen Schnitt wie die Nummer 1 umgesetzt hat, während letztere in wesentlich mehr Kinos zu sehen gewesen ist. Da die Produktionskosten mit $ 17 Mio. relativ gering sind, wird man sich bei Universal um so mehr freuen.

So ist es nun auch klar, dass Foxs Epic Movie auf Platz 1 gestürmt ist und mit $ 18,61 Mio. ungefähr im gleichen Spektrum von vergleichbaren Produktionen wie Date Movie gestartet ist. Nimmt man diesen Film dann auch als Maßstab für das weitere Abschneiden an den Kinokassen, dürfte das Gastspiel von Epic Movie sehr schnell wieder vorbei sein.

Dieses Wochenende gehen dann nur zwei große Neustarts ins Rennen, die auch noch mit fast identischen Kopienzahlen (2256 zu 2258) ausgestattet werden. Mit dabei ist Univerals romantische Komödie Because I Said So, die mit Darstellern wie Diane Keaton und Mandy Moore Jung und Alt ansprechen könnte und meiner Meinung nach den ersten Platz erstürmen wird. Auch für die Horrorfraktion gibt es neues Futter, denn Sony schickt The Messengers an, sich auf den Platz an der Sonne zu kämpfen. Für mich ist der Film chancenlos und dürfte ihn dürfte wohl das gleiche Schicksal seiner Genrekollegen ereilen.

Sonntag, Januar 28, 2007

Die Todesinsel


Inspiriert durch Arnold Bröcklins Gemälde Die Toteninsel inszenierte Regisseur Mark Robson unter der Leitung von Produzent Val Lewton, deren Zusammenarbeit insgesamt vier Genrebeiträge hervorgebracht hat, eine Geschichte von Isolation, Wahnsinn und Aberglaube, eingebettet in die Kriegswirren des Balkankrieges zu Beginn des 20. Jahrhunderts in und um Griechenland. Dazu hat man Boris Karloff als Hauptdarsteller gewinnen können, der schon der Opening Sequence seinen Stempel aufdrückt und den Zuschauer während der gesamten Laufzeit nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.

General Nikolas Pheridas (Boris Karloff) ist ein strenger, verbitterter Kriegsherr, der von seinen Untergebenen geschätzt und gefürchtet wird. Fehler werden nicht akzeptiert und dies bekommt einer seiner Männer am eigenen Leib zu spüren. Als krasser Gegenpart zu dieser Figur fungiert jene des Kriegsberichterstatters Oliver Davis (Marc Cramer), der sich mit dem hierarchischen und autoritären Führungsstil Pheridas‘ nicht so recht anfreunden kann. Nichtsdestotrotz ist der Umgangston der Männer, die bis zum Ende des Films zusammen sein werden, untereinander stets freundlich, wenngleich man eine gewisse, in der Luft liegende, Spannung nicht verleugnen kann. Allein schon durch das Producion Design und der durchweg spärlichen Beleuchtung setzt gleich zu Beginn von Isle of the Dead ein Gefühl des Unwohlseins ein, welches erst reicht nicht durch das markante Gesicht Karloffs gemindert wird, dessen bloße Leinwandpräsenz den Puls beschleunigen lässt.

So ist es besonders die Atmosphäre des Sets, welches in den ersten Filmminuten für Suspense und Grauen sorgt und so scheint es auch keine gute Idee zu sein, ausgerechnet jetzt das Grab von Pheridas verstorbener Ehefrau aufzusuchen, wo doch der Tod in der Luft liegt, die Soldaten von Seuchen und Krankheiten dahingerafft werden. Eindrucksvoll in Szene gesetzt in einer apokalyptischen Sequenz, in der Pheridas und Davis vorbei an dutzenden Leichen über das Schlachtfeld waten, von einem von Menschen gezogenen und mit Toten beladenen Wagen gekreuzt werden und schlussendlich zur Friedhofsinsel übersetzen, welche just durch Bröcklins Gemälde illustriert wird.

Die Eröffnung sitzt, der Fan schnalzt mit der Zunge und erwartet nun den Mittelteil, der, so viel kann an dieser Stelle verraten werden, mit der Eingangssequenz dann doch nicht mithalten kann. Der Film wandelt sich in der sich anschließenden Phase zu einem Kammerspiel; ist die Handlung nur noch auf wenige Räume konzentriert. Auch betreten nun weitere Personen die Bühne: der ehemalige Hehler Albrecht, der sich auf der Insel niedergelassen hat, seine überaus abergläubische Haushälterin Kyra, sowie die St. Albanys samt Dienstmädchen Thea, die auf dem Eiland Schutz vor dem Krieg gesucht haben und ein wenig später auch Pheridas‘ Stabsarzt Drossos.

In diesem Abschnitt verflacht das Drehbuch dann auch leider, weil man es versäumt hat, die Flut an neuen Personen geschickt in die Story einzubauen und den Spannungsbogen aufrecht zu halten. Zu sehr ist man teilweise mit Kleinigkeiten beschäftigt: die anbahnende Liebesbeziehung zwischen Thea und Oliver zum Beispiel oder die Rolle des Mr. St. Albany, die wenig ausgefüllt wirkt, ganz so wie die des Albrecht. Sicherlich werde auch jetzt noch einige Anhaltspunkte und Fährten gelegt, wie Theas Abneigung gegenüber Pheridas oder Kyras Gerede, dass das Böse unter ihnen sei, was zu erst von den Gästen ignoriert wird. Doch die ist leider zu wenig, um das hohe Niveau der ersten Minuten zu halten. Hier wurde eindeutig Potential verschenkt.

Erst durch die Komponente der Isolation, eingeleitet durch den plötzlichen Seuchentod des Mr. St. Albany und der möglichen Kontamination aller Gäste des Hauses, kommt neue Spannung in die Geschichte, denn die einzelnen Konflikte kommen mit der Zeit – ausgezeichnet durch die Montage der waschenden Hände verbildlicht – immer mehr zum Tragen und zehren am Nervenkostüm der Protagonisten. Man kann sich jedoch noch immer über einige Böcke des Drehbuchs wundern, wie der Frage, wo plötzlich Drossos herkommt, doch man merkt, dass die Daumenschrauben kontinuierlich angezogen werden.

Man sollte in diesem Zusammenhang jedoch keinen Ausbruch des Wahnsinns inklusive Blutbad erwarten, jedenfalls noch nicht, denn der Verfall geht langsam vonstatten. Stellenweise ist es dann auch nicht ganz nachvollziehbar, welches der Auslöser dafür ist, ob nun die klaustrophobische Enge, Kyras vom Aberglauben geleitete Hexenjagd – übrigens spielen Mythologie und Glaube in dem Film eine wichtige Rolle, nicht umsonst hat man sich Griechenland als Schauplatz ausgesucht und so ist es schlussendlich bittere Ironie, dass ausgerechnet die am rationalsten erscheinende Person diesem Irrglauben erliegt – oder der Schrecken des Krieges, in den alle Parteien mehr oder weniger stark involviert sind. Robson spart eine konkrete Erläuterung jedoch aus und versucht nicht, den Film auf eine politische Ebene zu heben, was angesichts der Kontiguität zum Zweiten Weltkrieg, ist Isle of the Dead doch aus dem Jahr 1945, durchaus möglich gewesen wäre.

Sein Ziel schien viel mehr zu sein, einen Unterhaltungsfilm für die Masse zu kreieren und dies gelingt ihm auch aufgrund des Finales, welches dann schon fast ungewohnt dynamisch daherkommt, denn nun vereinen sich Suspense, der mentale Verfall und die schlimmsten Albtraumvorstellungen der Protagonisten zu einer tödlichen Dosis, bei der, untermalt vom düster-bedrohlichen Score, nicht nur Karloff zur Höchstleistung aufläuft und wer bei der schaurigen Szene mit dem Sarg in der Gruft, dem Kratzen und Schreien, keinen Anflug von Gänsehaut verspürt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Man fragt sich nur, warum man dies so lange zurückgehalten hat und das vorhandene Potential nicht schon früher ausgeschöpft hat. Sicherlich kann man auch hier noch über Ungereimtheiten stolpern, sei es die Glaubwürdigkeit von Mrs. St. Albanys Krankheit, doch ein zu genaues Zerlegen würde übers Ziel hinausschießen. Man sollte den Film schlussendlich als das ansehen, was er ist: Schaurige Unterhaltung für den Alltagsgebrauch und diesen Job erfüllt Isle of the Dead mehr als gut.

Sieht man einmal vom teils trägen und unausgeglichenen Mittelteil ab, bekommt der Fan von Schauergeschichten hier alles präsentiert, was ihn glücklich macht: eine solide technische Umsetzung der Story, gruselige Sets, Suspense, einen stimmigen Score und Boris Karloff wie er leibt und lebt. Ein todsicheres Rezept. 07/10

Samstag, Januar 27, 2007

US Boxoffice 19.01 - 22.01


Das war vielleicht wieder ein Wochenende: Ein vermeintlich harmloser Anhalter, eine Truppe junger HipHop-Tänzer und ein einsamer Nachtwächter im Museum traten an, die Gunst des Publikums für sich zu gewinnen und schlußendlich blieb fast alles beim Alten. Das gesamte Geldvolumen verringerte sich dann auch noch um 19% zur vergleichbaren Woche des Vorjahres und die Industrie wartet auf den ersten großen Hit des Jahres oder fiebert der Oscarverleihung entgegen, wodurch einige der Topfavoriten mit weiteren Kopien beglückt werden oder Re-Runs erhalten.

Weiterhin bescheiden, wenngleich sich eine gewisse Konstanz abzeichnet, ist das Abschneiden von Luc Bessons Arthur and the Invisibles, der zwar mit 28% relativ wenig einbüßt aber in der Vorwoche schon wenig gerissen hat und somit nur $ 3,1 Mio. in die Kassen kommt. Knapp $ 10 Mio. hat das Werk in den USA erst eingenommen. Nicht der Rede wert also.

Endlich gibt es in dieser Liste auch wieder blaues Blut zu verzeichnen, denn The Queen ist mit ihrem Gefolge auf Platz 9 einmarschiert und sichert sich dank 1242 neuer Kopien $ 3,4 Mio. und kann so das adlige Vermögen auf $ 35,6 Mio. vergrößern. Da geht noch was.

Für Children of Men zeigt der Trend jedoch weiter nach unten und der Film purzelt die Ränge langsam hinab. Vergangenes Wochenende waren es dann nur noch $ 3,7 Mio. Einspiel und jetzt liegt die Hoffnung auf dem Heimkinomarkt, denn die $ 27,5 Mio. sind wahrlich nicht exorbitant.

Ebenfalls hineingestürmt in diese Liste ist Pan’s Labyrinth, der 415 Extrakopien bekommen hat und somit bei 609 Leinwänden $ 4,5 Mio. eingespielt hat, was einem Schnitt von guten $ 7400 pro Kopie entspricht. Durch den vielen Nominierungen könnte der Run dieses Wochenende noch anhalten. $ 9,9 Mio. liegen auf dem Konto und bei den vergleichsweise günstigen $ 19 Mio. an Kosten ist man mit dem internat. Einspiel schon im positiven Bereich.

Ähnlich ergeht es der Paramount/MTV Koproduktion Freedom Writers, der bei seinem dritten Wochenende noch immer für $ 5,2 Mio. gut ist und sich so den sechsten Platz sichert. Insgesamt hat man so schon $ 26,5 Mio. eingenommen. Man darf zufrieden sein.

Langsam geht es auch für The Pursuit of Happyness bergab, wenngleich man mit $ 6,3 Mio. in der sechsten Woche noch immer sehr gut dabei ist. Bald wird der Film dann auch die $ 150 Mio. Marke nehmen - $ 146 Mio. sind zu diesem Zeitpunkt auf der Habenseite gewesen – und Will Smiths Geldserie wird um einen Titel erweitert.

Ziemlich auf die Nase gefallen sind dagegen die Herren von Rogue Pictures, deren The Hitcher mit $ 7,8 Mio. einen verhaltenen Start hingelegt hat. Es mag an der gewissen Unbekanntheit des Originals gelegen haben, dass der Film nicht so durchgestartet ist, wie manch anderer Genrespross. Mehr als spekulieren kann man hier nicht.

Die traumhaften Frauen verteidigen weiterhin tapfer ihren dritten Platz und aufgrund der diversen Oscarnominierungen werden sie auch an diesem Wochenende wieder mit von der Partie sein. Die Dreamgirls nehmen jedenfalls Kurs auf die $ 100 Mio., denn dank $ 8,01 Mio. und $ 77,42 Mio. wird man sicherlich mit dem Awardhoch diese Marke knacken können.

Das war knapp. Schlußendlich trennten $ 200.000 die Nummer eins von der zwei. Wobei Night at the Museum dies sicherlich verkraften kann, hat man doch $ 12,01 Mio. einspielen können und hat somit auch die $ 200 Mio. Marke bezwungen: $ 204,9 Mio. sind es dann ganz genau. Wahrlich kein übles Ergebnis für diese Komödie.

Damit ist auch klar, dass Stomp the Yard trotz vernichtendem Echo seine Spitzenposition verteidigen konnte und somit gegen den Genretrend nicht eingebrochen ist. Durch die neuerlichen $ 12,3 Mio. ist das Konto auf $ 40,6 Mio. angewachsen und der Film somit in der Gewinnzone angelangt. Die $ 50 Mio. werden sicherlich auch noch mitgenommen und zwei bis drei Wochen wird der Titel noch in dieser Liste auftauchen.

Diesen Freitag sind dann gleich vier neue Filme gestartet, während drei weitere Oscarfavoriten mit weiteren Kopien ins Rennen geschickt wurden. Dazu gehören u.a. der Judi Dench Film Notes on a Scandal mit 641 Screens und der neuste Almodovar Volver mit 689 Kopien. Ebenfalls als Re-Run geht Scorseses The Departed mit 1453 Kopien an den Start. Unter den „richtigen“ Neustartern befindet sich mit Blood and Chocolate ein weiterer Vertreter der Horrorzunft, der bei 1200 Filmrollen kaum Chancen auf eine gute Platzierung hat. Auch für die romantische Komödie Catch and Release, die 1622 Kopien spendiert bekommen hat, dürfte es schwer werden, bis nach ganz oben vorzudringen, wobei man das weibliche Publikum nicht unterschätzen darf. Schon etwas besser stehen die Chancen für Smokin‘ Aces, der 2218 Leinwände bekommt. Eindeutiger Favorit, zumindest zahlenmäßig, ist Epic Movie, der ganz im Stile von Date Movie oder Scary Movie einhellige Kinoproduktionen auf die Schippe nimmt: 2801 Kopien werden es sein.

Freitag, Januar 26, 2007

Drei literarische Klassiker von Fox

Tief in die Archive ist man bei Fox vorgedrungen, um fünf Verfilmungen literarischer Meisterwerke zu finden und um diese dann auf drei DVDs zu pressen, die man ab dem 24. April käuflich erwerben kann: Victor Hugo, Charlotte Bronte und Leo Tolstoy lieferten die Vorlagen für diese Adaptionen, die in den 30er und 50er Jahren enstanden:

Les Miserables (2-Disc)
Features include:
  • 1935 version
  • 1952 version
  • 1.33:1 Full Frame
  • English, French and Spanish Mono audio
  • French and Spanish subtitles
  • “The Fugitive/Pursuer: Eugene Vidocq”
  • a Restoration Comparison
  • Trailer.

Anna Karenina (1948)
Features include:
  • 1.33:1 Full Frame
  • English Stereo and Spanish Mono
  • French and Spanish subtitles
  • Anna Karenina - The 1915 Version
  • "Silent Movie"
  • Anna and Leo
  • Restoration Comparison
  • Trailer

Jane Eyre (1944)
Features include:
  • 1.33:1 Full Frame
  • English Stereo
  • English, French and Spanish Mono
  • French and Spanish subtitles
  • Orson Welles's Jayne Eyre
  • Story Boards
  • Production Gallery
  • Restoration Comparison
  • Trailer

Sonntag, Januar 21, 2007

Criterion-News April

Neben Stuart Coopers Overlord und Mathieu Kassovitzs La Haine wird das US-Label Criterion im April auch einen weiteren Vertreter der schwarzen Serie Hollywoods auf DVD veröffentlichen. Dabei handelt es sich um den 1947 von Jules Dassin gedrehten Brute Force aka. Zelle R 17, den es bisher als mager ausgestattete DVD von Image Entertainment gibt. Die Ausstattung der Criterion hört sich jedenfalls vielversprechend an:
  • New, restored high-definition digital transfer
  • Audio commentary by film noir specialists Alain Silver and James Ursini
  • A new interview with Paul Mason, author of Capturing the Media: Prison Discourse in Popular Culture
  • Theatrical trailer
  • Stills gallery
  • Optional English subtitles for the deaf and hard of hearing
  • PLUS: A booklet featuring a new essay by film critic Michael Atkinson, and more!