Sonntag, März 21, 2010

Die Gefürchteten Vier


Die "Men on a Mission"-Geschichten waren in den 60er Jahren ein beliebtes Thema, angestoßen durch den großen Erfolg von The Magnificent Seven, stolperte man in vielen weiteren Western, Action- und Kriegsfilmen auf jenes Grundgerüst. So auch in Richard Brooks The Professionals, der 1966 in die Kinos kam und, wie es für jene Art Film üblich war, ein namhaftes Staraufgebot aufweisen kann: Burt Lancaster - einer der größten Stars seiner Zeit -, Lee Marvin, Robert Ryan - bekannt aus unzähligen Western - und die bezaubernde Claudia Cardinale drücken sich hier die Klinke in die Hand und natürlich darf man auch nicht Jack Palance vergessen, der hier mit fetzigem Oberlippenbart einen mexikanischen Revolutionsführer verkörpert.

Alles beginnt damit, dass die Frau - Maria (Claudia Cardinale) - des Eisenbahnmagnaten J.W. Grant von dem mexikanischen Revolutionär Raza (Jack Palance) entführt wird und dieser nun ein saftiges Lösegeld verlangt. Grant will aber nicht zahlen und engagiert daher einen kleinen Trupp Spezialisten, die Maria befreien und über die Grenze bringen sollen. Anführer ist der Waffenexperte Rico Fardan (Lee Marvin), der von dem Sprengstoffexperten Bill (Burt Lancaster), dem Spruenleser Jake Sharp (Woody Strode) und dem Wrangler Hans Ehrengard (Robert Ryan) unterstützt wird. Gemeinsam reitet man südwärts nach Mexiko und nimmt die Verfolgung Razas auf, der für Fardan und Bill kein Unbekannter ist, kämpften sie vor Jahren Seite an Seite während der Revolution, doch jetzt sind sie Gegner. In Mexiko angekommen bleibt der kleine Trupp nicht lange unerkannt und man muss sich aus verschiedenen brenzligen Situationen befreien, bis man schließlich Razas Lager aufgespürt hat, doch natürlich kommt dann Alles anders als man geplant hat.

Auch wenn Die Gefürchteten Vier nicht ganz abstreiten können, dass Die Glorreichen Sieben als Vorreiter herhalten mussten, erinnert doch Maurice Jarres Score durchaus an die Musik von Bernstein und ist auch die Grundkonstellation stellenweise vergleichbar - Team von Profis geht über die Grenze - so geht Brooks dann aber eigene Wege, die schon eher zur Entromantisierung des US-Westerns beitragen, indem auch hier wieder Moral und Motivation der Protagonisten in den Vordergrund gestellt werden. Das Alles ist verpackt in einen überaus unterhaltsamen Genrevertreter, der nicht nur mit viel Dynamik und Actionszenen punkten kann, sondern vor allem von seinen unterschiedlichen Charakteren lebt, deren Miteinander so manch markigen Oneliner hinterlässt. Das Skript an sich ist nicht übel geraten, kann aber zum Ende nicht ganz überraschen/überzeugen, ist die Storyvariation doch allzu gut bekannt aber Letzteres stört im Grunde nicht wirklich, stimmt das Gesamtpaket doch und es macht einfach Spaß, das Treiben zu beobachten bzw. sich an der Schönheit Claudia Cardinales zu erfreuen und die knapp zwei Stunden vergehen wie im Flug. Selbst Filmfreunde, die mit US-Western nicht so viel am Hut haben, dürfen hier einen Blick riskieren: 08/10.

2 Kommentare:

Christian hat gesagt…

Ein toller Western ohne Längen, der vor allem durch die wunderbare Chemie zwischen den Schauspielern / Charakteren funktioniert. Der dreht sich ziemlich regelmäßig bei mir im Player. Die Blu-ray bietet übrigens ein fantastisches Bild.

Frankies Filmecke hat gesagt…

Ja, die Blu-ray ist wirklich fein geworden.