Montag, September 27, 2010

Töte alle und kehr allein zurück


Onkel Castellari gelangte ja jüngst zu später Berühmtheit, als Quentin Tarantino u.a. ihm mit seinem Inglourious Basterds eine Hommage kredenzte, auch wenn die Basterds mit den originalen Bastards nicht so viel gemein haben. Unbekannter sind da schon eher seine Ausflüge ins Westerngenre. Sieht man nämlich einmal von Keoma ab, dürften Filme wie Töte alle und kehr allein zurück nicht gerade zum Standardrepertoire der meisten Filmfreunde gehören. Letzteres ist dann aber auch nicht übermäßig verwunderlich, gehört Castellari sicherlich nicht zu den großen Westernexperten. Das Action-/Crimekino ist schon eher sein zu Hause und so ist dann auch jener Töte alle und kehr allein zurück mehr ein Actionfilm im Westerngewand, dessen Story aber auch in fast jedes andere Genre hätte transportiert werden können. Angeheuert von den Südstaaten, soll eine kleine Gruppe Söldner einen Stützpunkt der Nordstaaten angreifen, um das dort gelagerte Gold zu klauen. Angeführt wird der Trupp von Clyde Mac Kay (Chuck Connors), der einige Spezialisten unter sich vereint hat, u.a. den Messerexperten Blade, den Mann fürs Grobe Bogard oder den schießwütigen Kid.nWas die Männer nicht wissen, Clyde und der Südstaaten Captain Lynch (Frank Wolff) haben abgemacht, dass diese jedoch nicht lebend von der Mission zurückkehren werden. Das Unternehmen verläuft nach Plan, bis die Männer nach erfolgreichem Diebstahl an einem Flußübergang festgenommen werden. Sie trauen ihren Augen nicht, als Lynch plötzlich in der Uniform der Nordstaaten vor ihnen steht. Nun beginnt ein weiteres, perfides Spiel um das gestohlene Gold. So reiht sich bei diesem Western auch eine Schlägerei an die nächste, eine Explosion folgt der anderen und Ruhe kehrt selten ein, Westernatmosphäre aber leider auch nicht. Auch die Story wirkt bei näherer Betrachtung sehr fragwürdig - wahrscheinlich legt der Film deshalb ein hohes Tempo an, damit man gar nicht so sehr ins Grübeln kommt. Im Vergleich zu Castellaris späteren Werken sind diese Szenen zwar routiniert inszeniert aber bei weitem nicht so spektakulär wie man es aus seinen anderen Werken kennt. Darüber hinaus krankt der Film an seiner Besetzung. Während Frank Wolff ein bekanntes Gesicht des Italokinos war und seine Sache ganz ordentlich macht, wirkt speziell der Amerikaner Chuck Connors mit seinem Dauergrinsen fehl am Platze und erinnert irgendwie an Paul Hogan aus Crocodile Dundee. Zwar ist der Film auf seine Art noch immer unterhaltsam aber einen bleibenden Eindruck hinterlässt Töte alle und kehr allein zurück nicht: 5,5/10.

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