Mittwoch, April 15, 2009

Crank


Wenn man den Herren Neveldine und Taylor, ihres Zeichens die Regisseure von Crank, etwas nicht vorwerfen kann, dann ist dies mangelnde Kreativität bei der Inszenierung. Da fliegt die Handkamera wie wild durchs Set und der Schnitt tut sein Übriges, um den Zuschauer dazu zu verleiten, nach Halt in seinem Sessel zu suchen. Getreu der Prämisse, wer braucht schon eine Story, gibt es hier Action am laufenden Band und das wirkt leider auch schnell ermüdend, wenn nicht sogar aufgrund der Machart irritierend. Dabei folgt die Story einer einfachen Formel, die es so ähnlich auch schon einmal auf der Leinwand gegeben hat. Chev Chelios (Jason Statham) ist Berufskiller mit einem kleinen Problem. Er wurde vergiftet und dieses Mittelchen, was ihm eingeflößt wurde, lässt seinen Körper stetig ermüden, es sei denn, er schafft es, seinen Adrenalinspiegel aufrecht zu erhalten, was natürlich zu diversen waghalsigen Szenen im Verlauf des Filmes führt. Während Chef also einem Kick nach dem anderen nachjagt, will er wenigstens auch noch seinen "Mörder" umbringen, bevor er selbst das Zeitliche segnet und so rennt, fährt, schießt er sich durch den restlichen Film. Wenn wir das Kapitel Story einmal zur Seite legen - immerhin muss man den Machern attestieren, durchaus Ideen gehabt zu haben - kann der Film vor allem mit seiner Inszenierung auf sich aufmerksam machen, die bisweilen stark an ein überdrehtes Musikvideo erinnert und das Ganze mag zu Beginn des Filmes auch ganz witzig und neu sein aber verliert doch schnell an Schauwert. So verbirgt sich hinter der verrückten Schale ein recht solider Actionfilm, der aber vor allem damit zu kämpfen hat, dass alle Akteure neben Statham mehr als blass wirken und Crank so zu einer One-Man-Show ohne wirklichen Gegenspieler verkommt. Sicherlich helfen ein paar abgedrehte Szenen über dieses Manko hinweg und ja, bei der Chinatown-Sexszene habe auch ich mich auf meinem Sofa herumgekugelt, aber ansonsten bleibt einfach zu wenig haften, um diesen Actionfilm der MTV-Generation wirklich schmackhaft zu machen. Ein kurzweiliges Vergnügen ohne größeren Nährwert. Fastfood für den Filmfreund sozusagen: 06/10.

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