Sonntag, Januar 23, 2011
The Green Hornet - Review
Für filmabend.info habe ich eine Kritik zu Michel Gondrys The Green Hornet verfasst.
Interessierte finden meine Zeilen: Hier.
In den nächsten Tagen, wahrscheinlich am Montag, geht auch der nächste Podcast online, wo u.a. Black Swan und The Green Hornet besprochen werden.
Montag, Januar 10, 2011
Zombies (2006)
Im finsteren Wald schleichen sie umher, die Zombiekinder aus des bösen Kapitalisten Mine, die laut Story in Pennsylvania lag; während aber scheinbar kostengünstig in osteuropäischen Forsten gedreht wurde, die bei einem Grubenunglück ums Leben kamen und von nun an als Untote durch die Fauna streifen - auf der Suche nach Fleisch, Rache und anderen Gelüsten. In dieses Idyll platzt die Familie Tunney, die aus Mutter Karen, Teenietochter Sarah und der kleinen Emma besteht.
Nach dem Tod des Ehemanns und Vaters wollen sie also nun in das von ihm vererbte Häuschen ziehen, was sich als möbelierter Bombentrichter entpuppt - sowieso erscheint die komplette Story des Wegziehens an den Haaren herbeigezogen und im Laufe des Films widerspricht sich die Geschichte auch selbst. Wie dem auch sei, wird die Familie bald von mysteriösen Träumen heimgesucht, irgendjemand schmiert Blut an die Haustüre und die jüngste Tochter scheint eine immaginäre Spielgefährtin gefunden zu haben, die sich später als liebenswertes Zombiemädel entpuppt. Dazu gibt es einen kauzigen Waldschrat, paar doofe Dorfteenies und den bösen Erben des ehemaligen Minenbesitzers und fertig ist die Mixtur, aus der Zombies besteht.
Mit dem Plot gewinnt man jedenfalls keinen Blumentopf, denn, wenn man sich nicht gerade an Genreklischees labt, ist das Gezeigte auch reichlich uninteressant und zäh. Lange passiert nicht viel und da die Charaktere auch nur Standardware sind, hofft man also recht bald, endlich mal die titelgebenden Untoten zu Gesicht zu bekommen aber auch hier muss man sich fast bis zum Ende gedulden, wenn sich die Kids dann einem Blutrausch hingeben, wobei die dargebotene Auflösung auch reichlich wacklig ist. Punkten kann der Film einzig durch sein Setting, welches als durchaus atmosphärisch beschrieben werden kann. Die alte Holzhütte der Tunneys lädt zum Gruseln ein, der neblige Wald sieht auch nicht so ansprechend aus wie das örtliche Naherholungsgebiet und durchzogen wir das Ganze von einem seichten Suspenseschleier. Das ändert aber nichts daran, dass die Defizite wesentlich größer sind und ich von dem Film nur abraten kann, wenngleich Genrefans durchaus Gefallen finden könnten: 03/10.Montag, Januar 03, 2011
Blutige Seide
Neben Dario Argento und Lucio Fulci ist Mario Bava sicherlich der bekannteste Regisseur aus dem Bereich des phantastischen italienischen Films. Und auch wenn er sich, beginnend bei Sandalenfilmen und endend mit Poliziotteschis, mit schlafwandlerischer Sicherheit in diversen Genres bewegte, so stechen doch vor allem seine Beiträge zum Horror- und Thriller-Genre besonders hervor. Mit dem 1964 gedrehten Blutige Seide schuf er darüber hinaus auch einen der ersten und prägendsten Vertreter des Giallo-Kinos, jener italienischen Krimispielart, die in den folgenden Jahren ihren Beliebtheitszenit erreichte und noch heute von vielen Fans geschätzt wird.
Im Vergleich zu späteren Regisseuren ist Bava bei der Zurschaustellung von Sex und Gewalt geradezu zurückhaltend und auch der Plot ist, glücklicherweise, noch nicht zu überfrachtet mit Twists und anderen erzählerischen Gadgets. Geschildert wird eine Kriminalgeschichte der alten Schule. Ein maskierter Täter bringt reihenweise Models und Mitarbeiterinnen einer Modemanufaktur um und die Polizei tappt zu Beginn noch im Dunklen, welch Motiv hinter jenen Delikten stehen könnte. Schnell trifft man auf mehrere Verdächtige im Umfeld der Täter und auch der Chef der Manufaktur, Max (Cameron Mitchell), wird verhört. Da der Mörder aus dem Umfeld der Manufaktur stammen muss, werden kurzerhand alle männlichen Mitarbeiter vorübergehend inhaftiert, doch die Morde gehen weiter. Ziel scheint ein Tagebuch eines des Models zu sein und die Geheimnisse, die dort festgehalten wurden.
Blutige Seide erweist sich als ein klassischer Vertreter des Whodunit-Krimis und nimmt den Zuschauer mit auf ein atmosphärisches und spannendes Ratespiel, wer der Mörder hinter der Maske ist. Interessant am Film ist vor allem Bavas Inszenierung. Wie auch in seinen weiteren Werken merkt man, dass er ein Faible für Farben, Bilder und Perspektiven hat und dementsprechend experimentiert er in seinen Filmen immer wieder mit jenen Komponenten. Bezeichnend für jene künstlerische Kreativität sind sicherlich Szenen aus Blutige Seide, die durch ein spiegelndes Objekt gefilmt wurden oder man auf den Einsatz von starker Hintergrundbeleuchtung setzt, was in Kombination mit dem Setting im Garten der Manufaktur überaus atmosphärische Bilder erzeugt. Interessant ist auch der Kontrast zwischen der bunten Welt der 60er, während der Modenshow, und dem sonstigen Produktionsdesign, welches stark an Bavas gothische Horrorwerke erinnert und den Film so anachronistisch, stellenweise surreal, wirken lässt. Mit diesen Kniffen schafft es Bava, der soliden aber auch nicht überragenden Story, wesentlich mehr Kraft zu verleihen und Suspense zu erzeugen. So verzeiht man Blutige Seide auch das durchaus schwache und durchschaubare Ende: 08/10.
Im Vergleich zu späteren Regisseuren ist Bava bei der Zurschaustellung von Sex und Gewalt geradezu zurückhaltend und auch der Plot ist, glücklicherweise, noch nicht zu überfrachtet mit Twists und anderen erzählerischen Gadgets. Geschildert wird eine Kriminalgeschichte der alten Schule. Ein maskierter Täter bringt reihenweise Models und Mitarbeiterinnen einer Modemanufaktur um und die Polizei tappt zu Beginn noch im Dunklen, welch Motiv hinter jenen Delikten stehen könnte. Schnell trifft man auf mehrere Verdächtige im Umfeld der Täter und auch der Chef der Manufaktur, Max (Cameron Mitchell), wird verhört. Da der Mörder aus dem Umfeld der Manufaktur stammen muss, werden kurzerhand alle männlichen Mitarbeiter vorübergehend inhaftiert, doch die Morde gehen weiter. Ziel scheint ein Tagebuch eines des Models zu sein und die Geheimnisse, die dort festgehalten wurden.
Blutige Seide erweist sich als ein klassischer Vertreter des Whodunit-Krimis und nimmt den Zuschauer mit auf ein atmosphärisches und spannendes Ratespiel, wer der Mörder hinter der Maske ist. Interessant am Film ist vor allem Bavas Inszenierung. Wie auch in seinen weiteren Werken merkt man, dass er ein Faible für Farben, Bilder und Perspektiven hat und dementsprechend experimentiert er in seinen Filmen immer wieder mit jenen Komponenten. Bezeichnend für jene künstlerische Kreativität sind sicherlich Szenen aus Blutige Seide, die durch ein spiegelndes Objekt gefilmt wurden oder man auf den Einsatz von starker Hintergrundbeleuchtung setzt, was in Kombination mit dem Setting im Garten der Manufaktur überaus atmosphärische Bilder erzeugt. Interessant ist auch der Kontrast zwischen der bunten Welt der 60er, während der Modenshow, und dem sonstigen Produktionsdesign, welches stark an Bavas gothische Horrorwerke erinnert und den Film so anachronistisch, stellenweise surreal, wirken lässt. Mit diesen Kniffen schafft es Bava, der soliden aber auch nicht überragenden Story, wesentlich mehr Kraft zu verleihen und Suspense zu erzeugen. So verzeiht man Blutige Seide auch das durchaus schwache und durchschaubare Ende: 08/10.
Montag, Dezember 27, 2010
Hunting Party - Wenn der Jäger zum Gejagten wird
Die kuriosesten Geschichten schreibt noch immer das Leben und wenn diese dann noch immer nicht ganz ausreichen, kommt die Filmemacher daher und legen noch eine Schippe nach. So auch Richard Shephard, dessen Hunting Party auf dem Esquire-Artikel What I Did on My Summer Vacation basiert. Im Film wird die Geschichte von zwei Kriegsberichterstattern erzählt. Simon (Richard Gere) und sein Kameramann Duck (Terrence Howard) waren das beste Team, bis Simon bei einem Live-Bericht zum Bürgerkrieg in Jugoslawien die Beherrschung verliert und als Konsequenz seinen Job verliert. Duck wird indes befördert und bekommt einen ruhigen Studiojob. Ihre Wege kreuzen sich fünf Jahre später in Bosnien, als Duck für eine Berichterstattung dorthin fliegen muss. Beim Wiedersehen erzählt Simon ihm von seiner Idee, den gesuchten Kriegsverbrecher Boghdanovic zu interviewen, da er durch Kontakte dessen Aufenthaltsort wisse.
Vom Jagdfieber gepackt und vom gemütlichen Bürojob gelangweilt, willigt Duck ein und zusammen mit dem Sohn des Senderchefs, Benjamin (Jesse Eisenberg), machen sie sich auf die Suche. Dass Simon indes ganz andere Pläne verfolgt, die NATO scheinbar gar kein Interesse an der Ergreifung Boghdanovics hat und die drei Journalisten für ein Todeskommando des CIA gehalten werden, das wissen Duck und Benjamin beim Aufbrechen noch gar nicht. Hunting Party, das ist ein schwarzhumoriges Roadmovie durch die vom Bürgerkrieg geprägte Balkanregion, welches am Ende an seiner Unausgewogenheit ein wenig scheitert. Das Grundgerüst der Geschichte basiert ja, wie schon erwähnt, auf einer wahren Begebenheit. Fünf Journalisten haben sich, geboren in einer bierseligen Runde, auf die Suche nach Radovan Karadžić gemacht und kamen ihm näher, als alle öffentlichen Stellen zuvor. Dies im Hinterkopf habend, erscheinen so einige Szenen im Film noch wesentlich bissiger und skurriler und diese machen auch den Reiz aus, wenn die Drei auf Fahndungsplakate der US-Regierung stoßen, auf denen eine Telefonnummer aufgedruckt ist, die nur innerhalb der USA funktioniert, sie auf NATO-Offiziere stoßen, die entweder vollkommendes Desinteresse haben oder sie für ein "Hit-Team" des CIA halten und Kontakte herstellen, die zum Erfolg führen könnten.
Diese ganzen Begebenheiten stechen hervor und bereiten auf der einen Seite natürlich großen Spaß, hinterlassen bisweilen aber auch ein Kopfschütteln angesichts der Geschehnisse. Abgesehen von den leichten Modifikationen der ursprünglichen Story, wartet der Film dann mit einem anderen Ende auf, es wird aber erwähnt, dass dies erfunden ist, und einigen anderen filmspezifischen Änderungen. Speziell die eingebaute Liebesgeschichte rund um Simon, die seine Motivation erklären soll, wirkt deplatziert und aufgesetzt, während man mit dem Ende durchaus leben kann und es auch noch Stoff für Diskussionen bietet. Problematisch sind in Hunting Party jedoch Szenen, wo von absurder Komik zur Kriegsrealität umgeschnitten wird. Jene Wechsel wirken wenig ausbalanciert, stören auch teilweise den Rhythmus des ansonsten leichtfüßig inszenierten Films und können dazu führen, dass die Bindung zum Publikum verloren wird. Auch kann man anführen, dass das höchst komplexe Thema Jugoslawienkrieg nicht dezidiert erörtert wird aber diesen Selbstanspruch hat der Film auch nicht. So bleibt ein überwiegend gutes Bild zurück, was auch an Richard Gere und Terrence Howard liegt, die hier unbeschwert aufspielen können, inklusive dem zu diesem Zeitpunkt (2007) noch relativ unbekannten Jesse Eisenberg. Passend für einen Filmabend mit The Lord of War: 6,5/10.Samstag, Dezember 18, 2010
Videocracy
Als Außenstehender mag man über die Verhältnisse in der italienischen Politik oftmals nur mit dem Kopf schütteln, wenngleich es schon erstaunlich ist, wie ein Mensch der Marke Silvio Berlusconi, dessen Auftritte in der Öffentlichkeit zumindest nie langweilig sind, seit Jahren, wenn auch nicht durchgehend, Ministerpräsident Italiens sein kann.
Erik Gandinis Videocracy liefert in der Hinsicht auch keine klaren Antworten, versucht aber, die Rolle des Fernsehens innerhalb dieses Systems zu beleuchten - natürlich aufgrund der Tatsache, dass Berlusconi nicht nur Ministerpräsident ist, sondern auch ein Medienmogul. Wer jetzt hofft, Gandini würde im Stile eines Michael Moore polemisch und fragwürdig abrechnen wollen, der dürfte von jenem Dokumentarfilm enttäuscht werden. Gandinis Herangehensweise ist vielleicht ein wenig unkonventionell. So greift der Erzähler nur selten ein, da Gandini die Bilder und Szenen für sich sprechen lassen will.
Auf der einen Seite wird der Zuschauer so natürlich angeregt, sich seine eigenen Gedanken zu machen, andererseits wirken viele Szenen wirrkürlich und der Zusammenhang mag nicht immer klar werden. Auch werden die vermeintlich interessanten Aspekte, speziell die Person Berlusconi und seine politischen Entscheidungen betreffend, nur kurz angerissen. Auch wenn die Intention klar zu sein scheint, wünscht man sich hier etwas Augenmerk. Auf der anderen Seite scheint es Gandini zu geniessen, die Oberflächlichkeit des italienischen Fernsehens zu dokumentieren und die zwielichtigen Gestalten, die im Fahrwasser der Unterhaltungsshows als Selbstdarsteller und Strippenzieher zu Reichtum und zweifelhafter Berühmheit kamen. So schließt sich dann auch der Kreis zum Führer, wie Berlusconi von einem der einflussreichsten TV-Produzenten genannt wird und doch hat man das Gefühl, dass Videocracy so viel mehr hätte sein können, als man letztendlich serviert bekommt: 06/10.Dienstag, Dezember 07, 2010
DVD-News: Koch Media, Sony MOD und Warner MOD
Beginnen wir mit dem Ausblick erst einmal in heimischen Gefilden. Genauer gesagt bei Koch Media. Die Münchner-Truppe gehört zur Speerspitze der dt. Labelzunft wenn es darum geht, Katalogtitel artgerecht an Mann und Frau zu bringen.
Letzte Woche sind zum Beispiel zwei weitere Titel im Rahmen der Film Noir-Reihe erschienen, wenngleich man hier natürlich meckern könnte, dass es eigentlich gar keine Noirs seien. Nichtsdestotrotz ist speziell die Veröffentlichung von Fritz Langs You and Me (Du und Ich) (1938) ein wahres Highlight, feiert der Film damit doch sein weltweites(?) DVD-Debut. Flankiert wird er von Lewis Milestones The General Died at Dawn (Der General starb im Morgengrauen) (1936).
Im Januar kommen dann wieder Westernfreunde zum Zuge, denn dann wird die Edition Westernlegenden fortgesetzt. Je ein Klassiker von Fox und Universal feiern Deutschlandpremiere auf DVD. Delmer Daves The Last Wagon (Der letzte Wagen) (1956) und Cecil B. DeMilles Union Pacific (1939) mit der bezaubernden Barbara Stanwyck. Im Handel ab dem 28.01.2011.
Wechselt man nun auf die andere Seite des Atlantiks, so gibt es einen neuen Schwung Made on Demand-Discs von Sony - erhältlich u.a. bei DeepDiscount:
Bei Warner gab es indes in dieser Woche keine großen Neuigkeiten an der MOD-Front. Fast alle Neuerscheinungen stammen aus dem Bereich TV bzw. sind neueren Datums.
Einzig der Western Fort Dobbs (1958) von Gordon Douglas als Remastered Edition ist zu verbuchen.
Letzte Woche sind zum Beispiel zwei weitere Titel im Rahmen der Film Noir-Reihe erschienen, wenngleich man hier natürlich meckern könnte, dass es eigentlich gar keine Noirs seien. Nichtsdestotrotz ist speziell die Veröffentlichung von Fritz Langs You and Me (Du und Ich) (1938) ein wahres Highlight, feiert der Film damit doch sein weltweites(?) DVD-Debut. Flankiert wird er von Lewis Milestones The General Died at Dawn (Der General starb im Morgengrauen) (1936).
Im Januar kommen dann wieder Westernfreunde zum Zuge, denn dann wird die Edition Westernlegenden fortgesetzt. Je ein Klassiker von Fox und Universal feiern Deutschlandpremiere auf DVD. Delmer Daves The Last Wagon (Der letzte Wagen) (1956) und Cecil B. DeMilles Union Pacific (1939) mit der bezaubernden Barbara Stanwyck. Im Handel ab dem 28.01.2011.
Wechselt man nun auf die andere Seite des Atlantiks, so gibt es einen neuen Schwung Made on Demand-Discs von Sony - erhältlich u.a. bei DeepDiscount:
- The Deadly Affair (1966) - Sidney Lumet <-> es gibt eine deutsche DVD von Sony
- Everything's Ducky (1961) - Don Taylor
- Idol on Parade (1959) - John Gilling
- Ladies in Retirement (1941) - Charles Vidor
- Mark of the Gorilla (1950) - William Berke
- Screaming Mimi (1958) - Gerd Oswald
- The Wrong Box (1966) - Bryan Forbes <-> es gibt eine britische DVD von Sony
Bei Warner gab es indes in dieser Woche keine großen Neuigkeiten an der MOD-Front. Fast alle Neuerscheinungen stammen aus dem Bereich TV bzw. sind neueren Datums.
Einzig der Western Fort Dobbs (1958) von Gordon Douglas als Remastered Edition ist zu verbuchen.
Sonntag, Dezember 05, 2010
Wen die Geister lieben...
... sicherlich nicht die deutschen Titeltexter, auch wenn sie hier zumindest nicht komplett daneben geschossen haben. Warum man aber in einer Zeit, wo Anglizismen den Sprachgebrauch sowieso schon prägen, nicht bei Ghost Town geblieben ist, kann ich nicht nachvollziehen. Wie dem auch sei, habe ich mich hier in das weite Feld der RomComs gewagt und es auch genossen, was speziell an Ricky Gervais liegt, der hier die Hauptrolle spielen darf.
Als Dr. Bertram Pincus, seines Zeichens Zahnarzt, Misanthrop und Hobbyzyniker, tritt er dem Publikum entgegen und erinnert ein wenig an Nicholsons Melvin Udall aus As Good as It Gets, denn auch Pincus hat es am liebsten ruhig und einsam. Insofern übt er auch den passenden Beruf aus, kann er doch seine nervigen Patienten ganz einfach ruhigstellen, indem er diesen allerlei Zahnarztzübehor in den Mund stopft. Pincus Leben gerät jedoch aus den Fugen, als er bei einer Darmsondenuntersuchung für kurze Zeit einen Herzstillstand erleidet. Seitdem kann er tote Menschen sehen und New York wimmelt nur von diesen Zeitgenossen, die, als sie realisieren, dass Pincus sie sieht, diesen auch gleich belagern, damit er ihnen bei nicht erledigten Aufgaben hilft. Unter diesen Toten befindet sich auch der Lebemann Frank (Greg Kinnear), der Pincus dazu überreden kann, seine Ex-Frau Gwen (Téa Leoni) und ihren neuen Verlobten auseinanderzubringen, da letzterer ein fieser Betrüger sei. Dass dem nicht so ist, findet Pincus auch recht bald heraus, doch die Gegenwart von Gwen weckt auch vergessen geglaubte Gefühle.Nüchtern gesehen, bietet Ghost Town sicherlich kaum revolutionäre Ansätze für das Genre, bewegt sich aber in dessen Grenzen äußerst gekonnt und bedient sich, wie oben ja kurz erwähnt, bei allerlei erfolgreichen Mitstreitern.
Der Zuschauer bekommt so einen höchst unterhaltsamen Film vorgesetzt, wobei es speziell Ricky Gervais zu verdanken ist, dass (zumindest) ich einige Male herzhaft lachen konnte. Für die Rolle des Dr. Pincus scheint er wie geboren und in Verbindung mit seinem britischen Akzent, nimmt man ihm die Rolle des misanthropischen Zeitgenossen ohne mit der Wimper zu zucken ab. Auch wenn seine Dialoge nicht ganz so rau sind wie z.B. in seinem Stand-up-Programm, so gibt es doch auch hier einige Zoten, unter anderem bei der Mumienbeschau mit Téa Leonis Gwen. Diese steht sonst aber im Schatten der männlichen Darsteller, auch wenn ihr Charakter als akademisch-tollpatschig angelegt ist, besteht ihre Aufgabe meistens trotzdem darin, eine gute Figur zu machen. Ganz unterhaltsam ist dafür Greg Kinnear als untreuer, toter Ex-Mann, dessen Ableben in der Eröffnungssequenz schon herrlich makaber ist, und der sich im Verlauf des Films mit Gervais einige Scharmützel liefern darf. Auch wenn der Film dann ohne große Überraschungen zu Ende geht, hat man nicht den Eindruck, seine Zeit hier fehlinvestiert zu haben und für einen vergnüglichen Filmabend (zu Zweit) ist der Ghost Town definitiv geeignet. Wer sowieso ein Freund von Ricky Gervais ist, der kommt an diesem Werk eh nicht vorbei: 7/10Samstag, November 27, 2010
Satan der Rache
Antonio Margheriti, einer jener italienischen Hasardeure, die während ihrer Karriere jedes Genre beackert haben und daher eine bunte Filmographie aufweisen können.
Ins Westerngenre hat es Margheriti jedoch nur wenige Male gezogen, wobei da die deutsch-italienische Koproduktion Satan der Rache sein bekanntester und bester Beitrag ist. Wie so oft bedient man sich auch hier dem beliebten Rachemotiv, reichert es aber durch biblische Allegorien an und versucht, die Bildsprache des Horrorfilms ins Westerngenre einfließen zu lassen. Über weite Strecken ergibt das auch eine durchaus unterhaltsame Mischung, denn speziell Klaus Kinski läuft hier als eiskalter Rächer zur Hochform auf, wenn er als Guy Hamilton, der 10 Jahre unschuldig in einem Arbeitslager einsitzen durfte, seinen ehemaligen Freund Acombar (Peter Carsten) und dessen Bande einen nach dem anderen ins Jenseits befördert.
Leider und das bricht auch so einigen anderen Genrevertretern den Hals, besteht ein allgemeines Problem beim Aufbau des Films. Nach einer Exposition und dem Servieren der wichtigsten Hintergrund- informationen, setzt im Grunde schon das Finale ein, wenn Hamilton beginnt, mit dem Tornado im Rücken - tolle Idee übrigens - in das Dorf zu reiten und Acombars Mannen umzulegen. Dabei zieht sich dieser Akt durchaus in die Länge, wirkt stellenweise redundant und irgendwie kommt doch der Wunsch auf, einen Mittelteil gehabt zu hätten, der ein wenig Abwechslung in die Sache gebracht hätte. So scheitert Satan der Rache am Ende an seiner eigenen Beschränktheit, macht als Spaghettiwestern aber noch immer genügend Spaß und gehört für Fans sowieso als Standardrepertoire in die Sammlung: 7,5/10.Mittwoch, November 24, 2010
Das Schweigen des Meeres
Auf den ersten Blick mag Jean-Pierre Melvilles Le Silence de la Mer ein wenig atypisch wirken, wurde Melville doch vor allem aufgrund seiner Gangsterfilme wie zum Beispiel Le Samouraï (1967) oder Le Cercle Rouge (1970) bekannt. Doch auch das Thema Résistance ist in seinen Filmen präsent, vor allem in L’Armée des Ombres und eben jenem Film, um den es in diesem Text geht. Dabei ist Le Silence de la Mer nicht nur aufgrund seines Inhalts von großem Interesse, es ist auch die Entstehungsgeschichte und die Bedeutung für das Filmland Frankreich als Solches, die diesem Film einen Platz in den Annalen eingebracht hat.
Unabhängig und gegen den Willen der Filmgewerkschaften gedreht, ebnet Melville so auch den Weg für die Nouvelle Vague, wenngleich er Ende der 40er Jahre erst einmal genug Probleme damit hatte, den Film überhaupt machen zu können bzw. zu dürfen.
Die Geschichte basiert nämlich auf einem Roman des Schriftstellers Vercors, der zur Zeit der Okkupation Frankreichs im Untergrund veröffentlicht wurde. Melville, selbst Mitglied der Résistance, hatte große Schwierigkeiten, Vercors‘ Einverständnis zu bekommen. So schlug Melville vor, den fertigen Film einer Gruppe ehemaliger Résistancemitglieder, darunter auch Vercors, zu zeigen und diese sollen dann entscheiden, ob der Film werkgetreu ist und aufgeführt werden kann. Es wurde für den Film votiert.Die Geschichte selbst spielt in einem kleinen französischen Dorf im Jahr 1941. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht werden diverse Wohnhäuser requiriert, damit diese als Offiziersunterkünfte dienen können. Eines jener Häuser wird von einem Onkel (Jean-Marie Robain) und seiner Nichte (Nicole Stéphane) bewohnt. Als unbeliebter Untermieter zieht der deutsche Offizier Werner von Ebrennac (Howard Vernon) ein. Jeden Abend, erst zögerlich, später dann aber wie selbstverständlich, gesellt sich von Ebrennac zu den beiden Hausbewohnern vor dem Kamin, um in ausführlichen Monologen, seine Weltsicht darzulegen und seine Liebe zu Frankreich zu gestehen. Als Zeichen des Widerstands wechseln der Onkel und die Nicht kein Wort mit von Ebrennac und hören schweigend zu. Die Szenerie ändert sich jedoch, als von Ebrennac Urlaub in Paris macht und sich dort mit alten Kameraden trifft, die seine frankophile Ader nicht nur nicht teilen, sondern auch davon sprechen, wie alles Französische nach dem Endsieg vernichtet werden soll. Um nicht selbst Teil dieser Maschinerie zu werden, meldet sich von Ebrennac nach seiner Rückkehr in das Haus des Onkels freiwillig zur kämpfenden Truppe.
Stille, das ist das zentrale Thema der Geschichte, und so betritt Melville bei der Adaption des Stoffes auch Neuland, indem er einen Großteil der vom Onkel gesprochenen Dialoge als Gedanken aus dem Off sprechen lässt.
So gibt es während des Films immer wieder Szenen, in denen das Schweigen zwischen dem Onkel und der Nichte auf der einen, und von Ebrennac auf der anderen Seite die Spannung in den Höhepunkt treibt. Untermalt werden diese Momente meist durch das schonungslose Ticken der Wanduhr. So ist es vor allem das Spiel mit dem Schweigen und den Hintergrundgeräuschen, das der Szenerie einen unverkennbaren Charakter gibt und die Distanz zwischen den Charakteren verdeutlicht. Und doch merkt man im Verlauf, dass sich der Onkel und der Offizier gar nicht so unsympathisch finden, ertappt sich der Onkel immer wieder dabei, wie er die Monologe von Ebrennacs genießt. Es ist im Grunde schon interessant, welch differenziertes Bild hier von von Ebrennac gezeichnet wird. Man zeigt einen rationalen deutschen Offizier und das vor dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs, der auch im Film omnipräsent ist und an verschiedenen Stellen erwähnt und angedeutet wird – speziell beim Besuch in Paris. Auch die (passive) Rolle der französischen Bevölkerung bietet Raum für Interpretationen.Schwenkt man wieder auf die filmische Ebene zurück, so kommt man nicht umher, die Kameraarbeit Henri Decaës zu loben, dessen Ausleuchtung der Szenen fürwahr meisterlich ist. So treiben die gezeigten Bilder den Film allein voran, ohne dass man viele Worte verlieren muss. Oft sind es kleine Gesten, Bewegungen, die viel über den Zustand der Charaktere preisgeben, wenn z.B. die Nichte beim Stricken ist und es eine Großaufnahme ihrer Hände gibt. Trotzdem ist es am Ende ein Wort, welches den emotionalen Höhepunkt des Films beschreibt. Ein sanftes „Adieu“, als von Ebrennac die Beiden verlässt und sie genau wissen, welch Schicksal den Offizier ereilen wird.
Die Größe Le Silence de la Mer in Worten auszudrücken, ist nahezu unmöglich, da man ihn gesehen haben muss, um seine Bedeutung für das französische Nachkriegskino zu verstehen und der Film unterstreicht darüber hinaus, mit welch einem Talent Melville gesegnet war, um so früh in seiner Karriere solch ein Werk abliefern zu können: 09/10.
Montag, November 22, 2010
Flawless - Ein tadelloses Verbrechen
Flawless gehört zu jener Gruppe Filme, die trotz namhafter Darsteller, in diesem Fall Demi Moore und Michael Caine, keine Kinoauswertung spendiert bekommen, sondern ihr Dasein als DVD-Premiere fristen.
Im Falle von diesem Film ist dies durchaus ungerecht, haben wir es doch mit einem sympathischen Kriminalfilm zu tun, dessen größter Makel die moralingetränkte Rahmen- geschichte ist. Erzählt wird die Geschichte von Laura Quinn (Demi Moore), Abteilungsleiterin der London Diamond Corp. während der 60er Jahre. Als einzige Frau in einer von Männern dominierten Geschäftswelt hat sie es trotz ihrer fachlichen Qualitäten nicht leicht und wird bei Beförderungen stets übergangen. Tapfer ergibt sie sich ihrem Schicksal, bis sie von Mr. Hobbs (Michael Caine), einem der Hausmeister, darüber informiert wird, dass ihre Entlassung bevorsteht. Hobbs, nun auch kein reiner Philanthrop, möchte Laura für einen wagemutigen Coup gewinnen: ein Einbruch bei ihrem (Noch)Arbeitgeber.
Nachdem Quinn überzeugt wurde, man zusammen die nötigen Vorbereitungen traf, steigt der Coup auch wie geplant. Erst am nächsten Morgen erfährt Laura, dass Hobbs nicht mit offenen Karten gespielt hat und sie nur Mittel zum Zweck war.An dieser Stelle muss ich einfach einwerfen, dass es eine Freude ist, Michael Caine bei der Arbeit zu beobachten. Auch wenn Demi Moore hier die Hauptrolle spielt, ist es Caine, der ihr die Show stiehlt und dem sympathisch wirkenden Hobbs so weitere Facetten gibt. So ist es dann auch durchaus der oben angedeutete Twist, der Flawless - Ein tadelloses Verbrechen ein wenig aufwertet, ist doch die Grundstory nicht sonderlich revolutionär und bedient sich dem Grundschema der Heist/Caperfilme. Solide aber nicht spektakulär ist deshalb das Urteil, wenngleich mir das Ende einige Bauchschmerzen bereitet. Zu viel Gutmenschentum und Altruismus lassen mich eher zweifeln, sodass die komplette Rahmenhandlung inkl. Epilog einen faden Beigeschmack hinterlassen, der dem Film an sich nicht viel schadet, ihn aber doch ein wenig abwertet: 06/10.
Freitag, November 19, 2010
DVD-News: The Prowler, America America und mehr
Lange ist's her, dass es an dieser Stelle DVD-News gab aber es schadet sicherlich nicht, diese kleine Rubrik wiederzubeleben. Der Fokus liegt weiterhin bei "alten Schinken", wobei ich zukünftig versuchen werde, auch stärker auf den RC 2-Bereich einzugehen. Ebenfalls Beachtung sollen die Made on Demand-Dienste finden, die ich zwar nicht vollends begrüße, meinen Widerstand aber insofern aufgegeben habe, dass ich die ersten Scheiben zwecks fehlender Alternativen bestellt habe.
Standard-DVDs & Blu-rays:
Beginnen möchte ich aber mit altmodischen, gepressten DVDs und da hat mich speziell eine Ankündigung jüngst sehr erfreut. VCI Entertainment veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem UCLA Film & TV Archiv und der Film Noir Foundation (Mitglied werden, ich bin's schon) Joseph Loseys The Prowler aus dem Jahre 1951. Dabei greift man auf eine Restauration der Film Noir Foundation zurück und jene DVD ist hoffentlich der Anfang einer fruchtbaren Geschäftsbeziehung. An dieser Stelle sei gesagt, dass Robert Parrishs Cry Danger (1951) im Grunde bestätigt wurde, als Teil des Abkommens.
Nun aber zurück zu The Prowler, der ab dem 01. Februar 2011 erhältlich sein wird und auch ordentlich Bonusmaterial mit sich führt:
Am selben Tag, ebenfalls von VCI, wird auch ein Pre-Code Double Feature das Licht der Welt erblicken. Hauptattraktion ist dabei Henry Kings Hell Harbor (1930), der seine DVD-Premiere feiern wird. Als zweiter Film befindet sich Jungle Bride (1933) von Harry O. Hoyt und Albert H. Kelley an Bord, der schon von Alpha, dem gefürchteten PD-Label, herausgebracht wurde. Mein Rat bei diesem Double Feature ist, erst einmal Reviews abwarten.
Warner, im Grunde vom Pfad der "echten" DVDs abgekommen, startet 2011 mit einer netten Überraschung. So wird Elia Kazans America, America (1963), der kürzlich in dem großen Kazan-Set - welches leider fast nur schon erhältliche Filme in bekannten DVDs beinhaltet - erschienen ist. Am 08. Februar 2011 wird jedoch ein Einzel-Release spendiert. Als einziges Extra befindet sich ein Audiokommentar des Filmhistorikers Forster Hirsch an Bord.
Auch Criterion hat unlängst das Februar-Programm bekanntgegeben. Mein Highlight, und deswegen findet es hier auch Erwähnung, ist Alexander Mackendricks Sweet Smell of Success (1957), der zu jenen Titeln gehört, die Criterion von MGM lizensieren konnte. Wie nicht anders zu erwarten, wird das komplette Criterion-Programm angewendet, sodass die DVD und Blu-ray ab dem 22. Februar 2011 mit Bonus beladen in den Läden stehen wird:
Made on Demand-DVDs:
Nachdem Warner im letzten Jahr mit ihrer Archive Series den Anfang machte - im Blog kann man auch ein paar Gedanken dazu von meiner Seite lesen - hat das MOD-Fieber in den USA fast jedes Studio befallen. Während Universal und MGM die Filme über Amazon anbieten, betreiben Warner und Sony eigene Internetseiten, wo man die Titel kaufen kann - als Nicht-Amerikaner jedoch nicht. Inzwischen führen aber große Internetshops die MOD-Discs, sodass der Import recht simpel ist. Die letzten Tage wurde dann verlautbart, dass MGM wohl richtig ins MOD-Geschäft einsteigen wird, sodass in den kommenden Monaten und dem nächsten Jahr bis zu 400 Titel erhältlich sein sollen. Sobald es dazu mehr News gibt, werde ich bloggen.
Am aktivsten ist weiterhin Warner, die im Grunde wöchentlich neue Titel zum Kauf anbieten, während man bei Sony einen monatlichen Rhythmus fährt. Von Universal kam hingegen lange Zeit nichts.
Neu von Warner in dieser Woche sind dann folgende Titel (nur bis 1970).
Normal:
Remastered:
Sets:
Standard-DVDs & Blu-rays:
Beginnen möchte ich aber mit altmodischen, gepressten DVDs und da hat mich speziell eine Ankündigung jüngst sehr erfreut. VCI Entertainment veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem UCLA Film & TV Archiv und der Film Noir Foundation (Mitglied werden, ich bin's schon) Joseph Loseys The Prowler aus dem Jahre 1951. Dabei greift man auf eine Restauration der Film Noir Foundation zurück und jene DVD ist hoffentlich der Anfang einer fruchtbaren Geschäftsbeziehung. An dieser Stelle sei gesagt, dass Robert Parrishs Cry Danger (1951) im Grunde bestätigt wurde, als Teil des Abkommens.
Nun aber zurück zu The Prowler, der ab dem 01. Februar 2011 erhältlich sein wird und auch ordentlich Bonusmaterial mit sich führt:
- Audio Commentary by Film Noir Expert Eddie Muller
- The Cost of Living: Creating The Prowler with James Ellroy, Christopher Trumbo, Denise Hamilton and Alan K. Rode Featurette
- Masterpiece in the Margins Bertrand Tavernier on The Prowler
- On the Prowl Restoring The Prowler
- Photo Gallery
- Original Theatrical Trailer
Am selben Tag, ebenfalls von VCI, wird auch ein Pre-Code Double Feature das Licht der Welt erblicken. Hauptattraktion ist dabei Henry Kings Hell Harbor (1930), der seine DVD-Premiere feiern wird. Als zweiter Film befindet sich Jungle Bride (1933) von Harry O. Hoyt und Albert H. Kelley an Bord, der schon von Alpha, dem gefürchteten PD-Label, herausgebracht wurde. Mein Rat bei diesem Double Feature ist, erst einmal Reviews abwarten.
Warner, im Grunde vom Pfad der "echten" DVDs abgekommen, startet 2011 mit einer netten Überraschung. So wird Elia Kazans America, America (1963), der kürzlich in dem großen Kazan-Set - welches leider fast nur schon erhältliche Filme in bekannten DVDs beinhaltet - erschienen ist. Am 08. Februar 2011 wird jedoch ein Einzel-Release spendiert. Als einziges Extra befindet sich ein Audiokommentar des Filmhistorikers Forster Hirsch an Bord.
Auch Criterion hat unlängst das Februar-Programm bekanntgegeben. Mein Highlight, und deswegen findet es hier auch Erwähnung, ist Alexander Mackendricks Sweet Smell of Success (1957), der zu jenen Titeln gehört, die Criterion von MGM lizensieren konnte. Wie nicht anders zu erwarten, wird das komplette Criterion-Programm angewendet, sodass die DVD und Blu-ray ab dem 22. Februar 2011 mit Bonus beladen in den Läden stehen wird:
- New audio commentary by film scholar James Naremore
- Mackendrick: The Man Who Walked Away, a 1986 documentary featuring interviews with director Alexander Mackendrick, actor Burt Lancaster, producer James Hill, and more
- James Wong Howe: Cinematographer, a 1973 documentary about the Oscar-winning director of photography, featuring lighting tutorials with Howe
- New video interview with film critic and historian Neil Gabler (Winchell: Gossip, Power and the Culture of Celebrity) about legendary columnist Walter Winchell, inspiration for the character J. J. Hunsecker
- New video interview with filmmaker James Mangold about Mackendrick, his instructor and mentor
- Original theatrical trailer
- PLUS: A booklet featuring an essay by critic Gary Giddins, two short stories by Ernest Lehman featuring the characters from the film, notes about the film by Lehman, and an excerpt from Mackendrick’s book On Film-making
Made on Demand-DVDs:
Nachdem Warner im letzten Jahr mit ihrer Archive Series den Anfang machte - im Blog kann man auch ein paar Gedanken dazu von meiner Seite lesen - hat das MOD-Fieber in den USA fast jedes Studio befallen. Während Universal und MGM die Filme über Amazon anbieten, betreiben Warner und Sony eigene Internetseiten, wo man die Titel kaufen kann - als Nicht-Amerikaner jedoch nicht. Inzwischen führen aber große Internetshops die MOD-Discs, sodass der Import recht simpel ist. Die letzten Tage wurde dann verlautbart, dass MGM wohl richtig ins MOD-Geschäft einsteigen wird, sodass in den kommenden Monaten und dem nächsten Jahr bis zu 400 Titel erhältlich sein sollen. Sobald es dazu mehr News gibt, werde ich bloggen.
Am aktivsten ist weiterhin Warner, die im Grunde wöchentlich neue Titel zum Kauf anbieten, während man bei Sony einen monatlichen Rhythmus fährt. Von Universal kam hingegen lange Zeit nichts.
Neu von Warner in dieser Woche sind dann folgende Titel (nur bis 1970).
Normal:
- Green Light (1937)
- Never Say Goodbye (1946)
- That Forsyte Woman (1949)
- Footsteps in the Dark (1941)
- Cry Wolf (1947)
- The Man with a Cloak (1951)
- The Secret Bride (1934)
- The Woman in Red (1935)
- B.F.'s Daughter (1948)
- Hotel (1967)
Remastered:
- The Human Comedy (1943)
Sets:
- Luise Rainer Collection (The Emperor's Candlesticks (1937) / The Toy Wife (1938) / Big City (1937))
Donnerstag, November 18, 2010
Mosquito Man
Während hartgesottene B-Fans beim Namen Nu Image mit der Zunge schnalzen, nimmt der Ottonormalseher bei den meisten Filmen des Studios Reißaus. Denn wenn man nicht zufällig eine der wenigen A-Produktionen finanziert, z.B. Stallones John Rambo oder The Expendables, dann verdient man das Geld mit Sachen wie Mosquito Man.
Wie schon bei Die Fliege findet hier eine Mutation zwischen Mensch und Insekt statt. Beim Mückenmann ist es ein Schwer-verbrecher, der zuerst entkommen kann, aber mitten in einen Versuch mit eben jenen Plagegeistern stolpert und beim darauffolgenden Schußwechsel wird die Apparatur so stark beschädigt, dass es schon bald zu einer Mutation mit Mücken-DNA kommt und der Mosquito Man ist geboren. Involviert in den Zwischenfall ist auch eine Forscherin, bei der sich die Anzeichen einer Veränderung erst im Laufe des Films zeigen werden. Nun verstreicht die meiste Zeit damit, dass der Mückenmann auf Opfersuche geht und seine Hauptmahlzeit genüsslich aussaugt. Das findet die Polizei natürlich nicht so toll und macht sich auf die Suche nach diesem Massenmörder. Erst als man Mücken-DNA an einem Tatort sicherstellt, wird man skeptisch. Natürlich wird es unweigerlich zum finalen Showdown zwischen der Mücke und den Cops kommen und auch die Forscherin wird noch ihren Auftritt bekommen.
Auf inhaltlicher Ebene darf man hier natürlich mit keinen großen Erwartungen an die Sache rangehen. Ein bisschen Pseudo-wissenschaft als Erklärung, eine komische Hintergrundstory von tödlichen Mückenviren, die aber auch total neben der Spur ist und schon ist das Feld bereitet für ein wenig Insektenhorror. Die meiste Zeit plätschert der Film auch auf dem See der Belanglosigkeit umher. Die Schauspieler kommen aus den Tiefen der Unbekanntheit - einzig Corin "Parker Lewis" Nemec ist mir hier ein Begriff - und diese Mixtur aus Krimi und Horror bietet kaum Atmosphäre um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Zwar sieht die Horror-Mücke gar nicht so schlecht aus, auch die Mutation hat man schon wesentlich mieser gesehen aber der wirkliche Pfiff fehlt. Nur zum Ende hin greift man dann auch ein wenig in die Effektkiste, hackt ein paar Gliedmaßen ab, spritzt mit Filmblut um sich, doch da ist der Film schon längst in den Brunnen gefallen. Fans solcher Werke dürfen natürlich trotzdem zugreifen, mir hat es gereicht: 03/10 für Mosquito Man.
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