Samstag, Mai 12, 2007

Lucky Luciano

Lucky Luciano, hier verkörpert durch Gian Maria Volontè, ist einer der bedeutendsten Mafiabosse der Geschichte gewesen und sein Leben adäquat zu verfilmen ist angesichts des Umfangs fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. Nichtsdestotrotz hat sich der Italiener Francesco Rosi an den Stoff gewagt und einen diskussionswerten und recht unkonventionellen Film geschaffen. Aufgeteilt in verschiedene Fragmente und Epochen, werden dem Zuschauer so die wichtigsten Stationen Lucianos Schaffens präsentiert und der Film erhält nicht nur dadurch schon fast einen dokumentarischen Touch. Leider entwickelt der Film durch diese Sprunghaftigkeit keinen harmonischen Rhythmus und eine richtige Atmosphäre möchte so nicht entstehen. Andererseits entsteht dadurch aber auch ein vielschichtiges und tiefgründiges Bild über die Macht- und Politikverhältnisse jener Zeit und zusammen mit den Darbietungen solcher Schauspielgrößen wie Volontè oder Rod Steiger kulminiert dies in einem Werk, das vielleicht nicht perfekt aber nichtsdestotrotz noch immer sehenswert ist. Allein schon wegen dieser einen, überaus genial inszenierten noir-esk fotografierten Szene, in der ein Mafiosi im Dunkel einer Lagerhalle von Maschinengewehrschüssen durchsiebt wird. Ein anderer Regisseur hätte vielleicht noch mehr aus dem Stoff geholt und diese Stakkato-Erzählstruktur empfinde ich auch nicht als Ideallösung aber das reicht noch zu 7/10 Punkten.

Freitag, Mai 11, 2007

US Boxoffice (04.05 - 06.05)

Dass das Wochenende ganz im Zeichen der Spinne stehen würde, war jedem Analysten klar. Dass das Ergebnis jedoch so gut ausfallen würde, damit hat nicht jeder gerechnet und gleich mehrere Rekorde sind gepurzelt. Grund für überschwängliche Freude war gegeben, doch die Ernüchterung dürfte schon recht bald folgen. Übrigens hat das Gesamtergebnis des Wochenende einen Sprung von 72% erlebt im Vergleich zum Vorjahr.

Wie schon in der Vorwoche wird der zehnte Platz von Are We Done Yet? belagert, der sich $ 1,74 Mio. sichern kann und das Einspiel damit auf $ 46,2 Mio. ausbaut. Wie schon letzte Woche prognostiziert, wird der Film jetzt aber am kommendem Wochenende aus der Liste fallen.

Um drei Plätze gefallen sind die Jungs von der britischen Polizei. So spielt Hot Fuzz $ 2,22 Mio. ein und hat damit in den Staaten schon $ 16,31 Mio. für sich verbuchen können. Das ist jedenfalls mehr als bei Shaun of the Dead, der auf gut $ 13 Mio. kam.

Die Eisprinzessinen von Blades of Glory befinden sich nun auch kurz vor der letzten Kür und so kann Blades of Glory nur noch $ 2,41 Mio. vorweisen. Das reicht für ein Gesamteinspiel von $ 111,74 Mio. und die Gewissheit, dass der Film in den meisten Ländern erst noch anlaufen wird.

Dicht aufeinander hockt man hier im Mittelfeld, denn Meet the Robinsons ist mit $ 2,62 Mio. dabei und überholt zum ersten Mal nach sechs Wochen die eisige Konkurrenz. Nur beim finalen Einspiel sieht es noch anders aus, denn hier stehen $ 91,93 Mio. zu Buche.

Wahrlich einen katastrophalen Start hat Warners Lucky You hingelegt. Oft verschoben, irgendwann 2005 gedreht, hat man ihn nun in Konkurrenz zum Spinnenmann starten lassen und prompt die Quittung erhalten. Mit $ 2,71 Mio. wahrlich ein Rohrkrepierer.

Wo wir schon beim Thema sind. Paramounts Next verliert erwartungsgemäß knapp 60% und manifestiert seine Stellung als dicker Flop. Magere $ 2,89 Mio. wandern aufs Konto, welches gerade einmal $ 11,96 Mio. aufweisen kann. Da kann man beim Studio nur hoffen, durch die internationale Auswertung und den Heimkinomarkt etwas Geld in die Kassen zu bekommen.

Filme für Teens stehen zwar gerade hoch im Kurs, doch nicht alle haben das Sleeperpotential. So muss The Invisible doch über 50% einstecken und spielt dadurch nur $ 3,26 Mio. ein. Mit $ 12,48 Mio. ist immerhin mehr auf dem Konto als bei Next.

Relativ beharrlich verläuft das Abschneiden von Fracture, der nun schon drei Wochen in der oberen Hälfte verharrt und sich $ 3,71 Mio. sichert. Das Gesamteinspiel wächst dadurch auf $ 26,73 Mio. an.

Weiterhin außerordentlich gut dabei ist Disturbia, der mit $ 5,84 Mio. weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz liegt. Nach gut vier Wochen sind schon $ 60,01 Mio. auf dem Konto und über $ 70 Mio. wird man auch noch kommen. Damit dürfte wohl niemand gerechnet haben.

So sicher wie das Amen in der Kirche, setzte sich Spider-Man 3 auf dem ersten Platz fest und bot mit $ 151,12 Mio. dazu auch noch eine durchaus beachtliche Show, hat man doch die Rekorde für den weitläufigsten und größten Release gebrochen, sowie die besten Zahlen für den Freitag, Samstag und Sonntag hingelegt, als schnellster Film die $ 100 Mio. Marke geknackt und den besten IMAX-Start hingelegt. Angesichts schlechter Kritiken und durchwachsener Mundpropaganda, könnte jedoch schnell Ernüchterung folgen, denn die Zahlen von Montag bis Mittwoch deuten auf einen starken Einbruch hin, wodurch ein Ergebnis von über $ 350 Mio. schwer zu erreichen sein dürfte. Es ist noch ein weiter Weg, bis der Film Geld abwerfen wird, zumal die angeblichen Kosten von $ 260 Mio. um ein Vielfaches höher sein dürften.

Dieses Wochenende wird man jedoch noch keine Probleme haben, die Spitzenposition zu verteidigen können, denn das Feld der Neustarter dürfte höchstens um den zweiten Platz kämpfen. Mit dabei ist die Komödie The Ex, auch bekannt als Fast Track, die von MGM (Weinstein) mit 1009 Kopien ins Rennen geschickt wird. Weiters Futter für die Lachmuskeln wird von Lions Gate präsentiert, die die Kriegssatire Delta Farce an den Start bringen und in 1931 Kinos auf Kundenfang gehen. Für Horror wird auch dieses Mal gesorgt, denn Foxs Genreschmiede wird 28 Weeks Later aufs Publikum loslassen. 2303 Filmrollen wird man im Gepäck haben. Ein Film, zugeschnitten aufs weibliche Publikum, ist Universals Georgia Rule mit Jane Fonda, Felicity Huffman und Lindsay Lohan, der in 2523 Kinos zu sehen sein wird.

Dienstag, Mai 01, 2007

US Boxoffice (27.04 - 29.04)

Gott, wie wird es Zeit, dass Spider-Man 3 endlich anläuft. Diese Lethargie, die aktuell im US-Kino herrscht, ist nicht mehr mit anzusehen. Erneut lag das Einspiel um 24% niedriger als zum vergleichbaren Zeitpunkt des letzten Jahres und das Abschneiden der Neustarter war durch die Bank mager. Zum Glück geht’s dafür im Mai hoch her.

Noch immer dabei ist Are We Done Yet?, der aber nach dem vierwöchigen Stelldichein demnächst auch in Ruhestand geschickt werden kann. Es reicht jedenfalls noch einmal für $ 3,45 Mio., wodurch das Gesamteinspiel auf $ 43,87 Mio. gehievt wurde.

Auf Platz neun dann der erste Neustarter mit Lion’s Gates Actionklopper The Condemned, der $ 3,81 Mio. für sich verbuchen konnte. Auch ein ziemlich klägliches Ergebnis. Durchaus möglich, dass er nächste Woche auch nicht mehr hier auftauchen wird.

Für Vacancy geht’s auch den Berg ab. Um vier Plätze fällt der Film, spielt dabei $ 4,11 Mio. ein und kann damit bisher $ 13,78 Mio. vorweisen. An die $ 19 Mio. Produktionskosten wird man so auch nicht herankommen können.

Weiterhin wenig Schwund hat Meet the Robinsons zu beklagen, dessen Verluste weiterhin gering sind und man so nach fünf Wochen immer noch immer für $ 4,84 Mio. gut ist. Damit wurde das Gesamteinspiel auf $ 88,35 Mio. verbessert. Zusammen mit dem internationalen Markt kommt man auf $ 130 Mio. Für einen Disneyfilm auch kein glorreiches Ergebnis.

Einzig positiver Kandidat an diesem Wochenende ist die Komödie Hot Fuzz gewesen, die weiter expandiert und dadurch $ 4,88 Mio. einspielen konnte. Damit sind nun schon $ 12,60 Mio. auf dem Konto.

Ebenfalls noch gut dabei ist die Eissportkomödie Blades of Glory, die ähnlich wie die Robinsons weiterhin nur wenig verliert und sich dadurch $ 5,16 Mio. sichern kann. Mit einem Gesamteinspiel von $ 108,10 Mio. der viertbeste Film des Jahres bisher.

Zahlen, von denen Fracture nur träumen kann. Aber auch hier fällt der Drop mit unter 40% gering aus und so wandern neuerliche $ 6,81 Mio. aufs Konto, welches $ 21,11 Mio. vorweisen kann.

Der erste richtige Flop des Jahres dürfte Paramounts Next werden, der bei einem vermutetem Budget von über $ 70 Mio. nur lächerliche $ 7,13 Mio. einspielen konnte. Würde mich wundern, wenn da später mehr als $ 20 Mio. bei rumspringen würden.

Ganz akzeptabel ist dagegen das Abschneiden von Disneys The Invisible, der 7,72 Mio. für sich verbuchen konnte und dadurch den zweiten Platz erreichen konnte. Es scheint aktuell die Phase der Teenagefilme zu sein.

Denn erneut hat Disturbia die Spitzenposition einnehmen können und das mit nur $ 9,02 Mio. Der Film entwickelt sich zu einem kleinen Sleeper und hat schon $ 52,11 Mio. einspielen können. Damit dürfte man bei Paramount/DreamWorks sicherlich nicht gerechnet haben.

Zum Glück geht es dann kommenden Freitag endlich los mit dem Mega-Mai-Programm. Nur ein einziger weiterer Film traut sich an diesem Tag an den Start. Es ist Warners Lucky You, der aufgrund seiner Pokerthematik vielleicht sein Publikum finden wird. Curtis Hanson als Regisseur ist jedenfalls kein schlechter Name. Mit 2500+ Kopien dürfte man aber höchstens für Platz 2 gut sein. Die Nummer 1 ist dagegen für Sonys Spider-Man 3 reserviert, der wohl mit gut 4000 Kopien aufs Publikum losgelassen wird und die erste Hausmarke setzen wird, an der sich die weiteren Blockbuster messen lassen müssen.

Extreme Rage

Fast nirgendwo ist die Kluft zwischen der alten Garde und den neuen Jungspunden so groß, wie im Bereich des Actionkinos. Es ist wahrlich nicht einfach, die Fußstapfen solcher Leute wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone oder Bruce Willis auszufüllen. Sicherlich, die alten Männer drehen auch jetzt noch fleißig an Actiontiteln, doch der Generationenwechsel setzt ein, doch die Akzeptanz beim Publikum für Leute wie Vin Diesel oder The Rock möchte sich einfach nicht einstellen. Kein Wunder, haben uns die o.g. Schauspieler über Jahrzehnte begleitet und dabei halb Amerika auseinandergenommen. Da müssen die Milchbubis erst einmal beweisen, was Sache ist. Auch Diesels Extreme Rage wird seine Kritiker nicht umstimmen können. Monatelang im Giftschrank des Verleihs versauert, wurde der Film dann nach einigen Erfolgen Diesels rausgelassen und erweist sich dann doch nur als besseres Direct-to-Video-Filmchen. Nach dem Mord an seiner Ehefrau, beginnt der ehemalige Drogenfahnder Sean seinen eigenen Rachefeldzug gegen das Kartell. Unterstützt wird er dabei von seinem ehemaligen Partner und seinen Freunden aus dem Viertel. Garniert mit üblichen Genrezutaten, schlängelt sich das Vehikel die Laufzeit entlang. Inhaltlich keine neuen Wege beschreitend und dabei zu sehr auf Diesel fixiert, der zwar ganz ordentlich agiert, jedoch seiner Figur bei weitem nicht die nötige Tragweite vermittelt, weist Extreme Rage zwischen den soliden Actionszenen einige Hänger auf, wirkt teilweise holprig und auch das aufgesetzte Ende wird niemanden mehr wirklich vom Hocker hauen. Sicherlich nicht übel, aber auch kein Glanzstück. 06/10

Karate Kid


Es gibt Tage, da ist es schön in Erinnerungen zu schwelgen, in Erinnerungen an die Filme seiner Jugend. Ein jeder dürfte sicherlich in der Zeit des Erwachsenwerdens, vorausgesetzt man ist noch nicht im gehobenen Alter, diesem Film begegnet sein. Eine einfache Geschichte mit klar verteilten Rollen, wahrlich naiv und doch einfach schön. Frisch nach Kalifornien gezogen, gerät der eher schüchterne Daniel schnell zur Zielscheibe der örtlichen Rowdys. Das dürfte auch daran liegen, da er Gefallen an der Exfreundin einer der BadGuys gefunden hat. Täglich wird er verdroschen, doch in dem ruhigen japanischen Hausmeister Miyagi, the one and only Pat Morita, findet er nicht nur einen Freund, sondern auch einen Lehrmeister, der ihn nicht nur in die Kampfkunst des Karate einweiht, ihm auch Tipps für seinen gesamten Lebensweg gibt. Was daraufhin folgt, kann jeder erahnen und am Ende siegt das Gute. Es ist diese Mixtur aus Coming-of-Age-Film und dem Einfluss fernöstlicher Philosophie, der in seiner Kulmination den Reiz ausmacht. Dem Zuschauer wird kein stupides Haudrauf-Filmchen präsentiert, sondern eine wunderbare Geschichte von Freundschaft, Respekt und dem Glauben an sich selbst. Dazu kommt dieses einmalige Feeling der 80er-Jahre und diese Zutaten reichen aus, dass ich jedesmal bei dem Film hängen bleibe, sollte er im Fernsehen laufen. Rational nicht zu erklären aber das muss man ja auch nicht immer. 08/10

Dumm und Dümmerer


Was ist die Quintessenz einer Komödie? Korrekt! Der Zuschauer sollte zum Lachen gebracht werden. Geschieht dies nicht, kann man dem Film attestieren, versagt zu haben. Ein vernichtendes Urteil, das bei diesem Etwas aber vollkommen zutrifft. Inwiefern jetzt Dumm und Dümmer ein Prequel benötigt hat, darüber lässt sich streiten. Der schnöde Mammon wird da eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Lebte das Original noch von den ausgezeichnet aufspielenden Jeff Daniels und Jim Carrey, schlüpfen bei dieser Auskopplung zwei NoNames in die Rolle. Präsentiert wird uns hier das Teenageralter der beiden und ihre Abenteuer in einer Sonderklasse einer US HighSchool. Manchmal, ja manchmal, überkommt mich das Bedürfnis, gewisse Drehbuchautoren zur Hölle zu jagen. Denn was in diesem Machwerk vom Stapel gelassen wird, ist nicht mehr schön. Jenes Konstrukt, was sich hier Geschichte nennt, ist dumm, einfach dumm. Ein großer Schwachsinn, mittendrin die beiden Vollpfosten Harry und Lloyd, die ihre Gesichtsbaracken hier über die Leinwand ziehen. Kein Gespür für Timing, Originalität oder sonstiges Talent zeichnen die Gags aus, mit denen man höchstens noch einen Waldschrat vor dem Ofen herlocken kann, aber keinen normaldenkenden Menschen. Wenn man einmal sehen möchte, wie man alles falsch machen kann, guckt euch diesen Müll an. Aber sagt nicht, ich habe euch nicht gewarnt. 01/10, und diese Note auch nur, weil der Soundtrack spitze ist. Wenn nun also die Musik das Beste am Film ist, kann man sich den Rest ungefähr ausmalen.

Die Brücke von Remagen


Meist ist eine Brücke, ein Hügel oder ein anderes Nadelöhr, welches in diversen Kriegsfilmen als Schauplatz dient. Wie auch im späteren Die Brücke von Arnheim ist es auch hier eine Rheinquerung, die als taktisch wichtig erachtet wird und so stürzen beide Seiten, Amerikaner wie Deutsche, auf das Stahlbauwerk, aus jedoch ganz anderen Motiven. Frei von jeglichem Pathos inszeniert Regisseur John Guillermin den Kampf um dieses Bauwerk und zaubert dabei einen grundsoliden Kriegsfilm auf die Leinwand. Den Blick nicht nur auf ein Ufer fokussiert, beobachtet der Zuschauer die Vorbereitungen beider Seiten, ihre inneren wie äußeren Konflikte. So ist es besonders auf Seiten der Amis die Charakterkonstellation, die für ein Plus an Spannung sorgt. Angetrieben durch einen erfolgshungrigen Major, wird der Spähtrupp, der die Brücke als erster erreichen soll, bis aufs Äußerste gehetzt. Verständlich, dass die Soldaten das wenig spaßig finden, besonders der impulsive Sgt. Angelo, ein wunderbar aufspielender Ben Gazzara, der durch seine Art bei den Vorgesetzten oft aneckt. Mit Robert Vaughn, als Major Krüger auf deutscher Seite, ist auch ein perfekter Gegenspieler gefunden, der jenseits von verblendeter NS-Idiologie agiert. Auch auf der materiellen Seite kann Die Brücke von Remagen mit größeren Genrebrüdern mithalten, ist genug Budget vorhanden gewesen, um allerlei Gerödel in die Luft fliegen zu lassen. Einzig zum Ende hin zeigen sich beim Film dann Ermüdungserscheinungen. Hier hätte man das Ganze dann doch straffen können. Sicherlich kein Meilenstein des Genres, ist dieses Werk jedoch ein ordentlicher Kriegsfilm, der schmerzfrei anzuschauen ist. 07/10

Montag, April 30, 2007

TCM Spotlight: Myrna Loy/William Powell Collection

Nach dem überragenden Erfolg des Dünnen Mann-Sets aus dem Jahr 05, wird Warner in Zusammenarbeit mit Turner Classic Movies im August diesen Jahres, genauer gesagt am 07.08, ein weiteres Set dieses berühmten Filmduos veröffentlichen. Folgende fünf Filme aus den frühen MGM-Zeiten werden in der TCM Spotlight: Myrna Loy/William Powell Collection enthalten sein:

Manhattan Melodrama (1934)
- Mord in Manhattan

Special Features:
  • Comedy short Goofy Movies #2
  • Classic cartoon The Old Pioneer
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English & Français (feature film only)

Evelyn Prentice (1934) - Ich kämpfe für dich

Special Features:
  • Comedy short Goofy Movies #3
  • Classic cartoon Discontented Canary
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English & Français (feature film only)

Double Wedding (1937) - Doppelhochzeit

Special Features:
  • Musical short Dancing on the Ceiling
  • Classic cartoon The Hound and the Rabbit
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English & Français (feature film only)

I Love You Again (1940) - Liebling, du hast dich verändert

Special Features:
  • Crime Doesn’t Pay Series short Jackpot
  • Classic cartoon Tom Turkey and His Harmonica Humdingers
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English & Français (feature film only)

Love Crazy (1941)

Special Features:
  • Classic cartoon The Alley Cat
  • Audio-only bonus: Screen Directors Guild Playhouse Radio Broadcast
  • Theatrical trailer
  • Subtitles: English & Français (feature film only)

Koch Media presents: EuroCult...

Lang war es etwas ruhig um Koch Media und ihre EuroCult-Releases. Der Fokus ist eben etwas auf andere Bereiche gelegt worden. Nichtsdestotrotz, und das ist mehr als löblich, werden zwischendurch weitere europäische Filmperlen an den Mann gebracht. Im Mai und Juni sind es derer zwei, die ich jedenfalls fest eingeplant habe.

So wird es ab dem 08. Juni diesen Jahres den italienischen Kriegskracher Ein Haufen verwegener Hunde erstmals in ungekürzter Form und mit reichlich Bonusmaterial zu bestaunen geben:
  • Booklet von Christian Kesssler
  • Exklusiv produziertes Making Of (ca. 45 Minuten)
  • Original Kinotrailer
  • Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

Des Weiteren wird am 11. Mai dann auch endlich die ungekürzte Auflage des Sergio Sollima-Klassikers Brutale Stadt veröffentlicht, auf die die Fans lange warten mussten. Dafür wird's auch hier interessantes Bonusmaterial geben:


  • Sollima-Interview-Feature von Mike Siegel
  • Deutscher Kinotrailer
  • Englischer Kinotrailer
  • Bildergalerie
  • Easter-Egg
Ansonsten werde ich in Zukunft auch Neuigkeiten in Sachen DVD auf diesem Sektor posten, egal ob VÖs im In- und Ausland.

Samstag, April 28, 2007

Heart of Stone

Wenn ehemalige Profi-Sportler ins Filmgeschäft wechseln, ist Vorsicht geboten. Denn mit schauspielerischem Talent sind nur die wenigsten gesegnet und so fristet man meist ein Dasein im B-Moviebereich. So auch bei Brian Bosworth, ehemals Footballspieler, jetzt "Schauspieler". In diesem Machwerk mimt er einen Ex-Cop, der von seinem ehemaligen Boss abserviert wurde und nun sein Geld als Mechaniker verdient. Das alles erfährt man während des Filmes über Umwege. Irgendwann lernt man seinen damaligen Partner/Kumpel kennen und dann gehts auch noch um Rauschgift und FBI-Ermittlungen, gute Cops und böse Cops, das Übliche eben. Daraus lässt sich jedenfalls was machen. Bei Heart of Stone aber eher nicht, denn das Drehbuch ist eine einzige Farce: Wichtige Informationen werden beiläufig preisgegeben, die Geschichte ist brüchig und holprig, immer etwas im Zwielicht gehalten, damit auch ja der gewisse Spannungsmoment aufrecht gehalten wird. Nur hätte man vorher einen solchen auch erzeugen müssen. Ohne größere Highlights zieht der Film nämlich seine Bahnen, bietet ein paar eingestreute Actionsequenzen, ein nicht funktionierendes Buddy-Team und versucht, eine lächerlich, amüsante Episode mit einer Radioseelsorgtante einzubauen. Nicht einmal der Actionanteil kann entschädigen, fällt dieser doch spektakulär unspektakulär aus: Ein paar Sachen fliegen in die Luft, einige Leute müssen ins Gras beißen. Nichts, was man nicht schon tausendmal besser gesehen hat. Und dann drängen sich beim Finale auch noch solche Bad Boys-Parallelen auf. Wer ihn im TV-Programm erblickt, ignoriert ihn am besten gleich wieder. 03/10

Blutiger Strand


Dass Krieg etwas Schrecklisches ist, dürfte jeder bestätigen, gleichwohl die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst je in Kampfhandlungen involviert wird, verschwindend gering ist. Doch Film und Fernsehen transportieren die Bilder in die heimischen Wohnungen. Sie sind abstoßend und faszinierend zugleich, eine Ambivalenz, die sich auch in den unzähligen Spielfilmen wiederfindet. Krieg ist lukrativ. Nicht für die beteiligten Parteien, sondern auch für die Studios, die die Filme produzieren. Die Geschichten sind meist simpel und handeln von großen Schlachten oder tapferen Helden, von Leuten, die für die gerechte Sache kämpfen. Manch Film will manipulieren, der anderer beutet das Gerüst des Krieges für die Zurschaustellung von Action und Gewalt aus und andere behaupten von sich, sie wollen die grauenvolle Fratze des Krieges entlarven und fügen die Vorsilbe „Anti“ zu der Bezeichnung Kriegsfilm hinzu. Doch wann ist der Bogen überspannt? Wann wird das Zeigen von Gewalt selbstzweckhaft und wann konterkariert es die erhoffte Botschaft? Wann wird ein Kriegsfilm zum Antikriegsfilm?

Fragen, die sich auch bei „Blutiger Strand“, einem B-Film aus den späten Sechzigern, aufdrängen. Der Schauplatz: Krieg im Pazifik, ein beliebiges Landeunternehmen. Ohne großer Vorgeplänkel wird der Zuschauer direkt auf eines der diversen, vor der Insel ankernden Schiffe, geschickt. Eingebettet in Archivaufnahmen – ein Indiz für die knappen Kassen – beginnt der Sturm auf das Eiland. Die Marines landen an, es wird geschossen, viel geschossen. Auf beiden Seiten sind Verluste zu beklagen. Es klingt nach einem x-beliebigen Genrevertreter, doch beschreitet man bei der Inszenierung stellenweise andere Wege.

Während der gut halbstündigen Eingangsoffensive und auch schon davor, reißen einen hart montierte Flashbacks immer wieder aus der bekannten Szenerie heraus, um uns die Gefühle der jeweiligen Protagonisten zu verdeutlichen. Äußerlich kaum Regungen zeigend, sind es diese Momente, die entweder allein durch die gegenseitige Montage von Erinnerung und Jetzt oder durch das Einstreuen diverser Voice Overs die wahren inneren Zustände offenbaren: Angst und Zweifel gehen nicht nur bei den Rekruten, sondern auch bei den Offizieren um und das nicht nur auf der Seite der Amerikaner.

Man versucht hier, den Feinden ein Gesicht zu geben, schneidet immer wieder, zum Teil stark überhastet und dadurch etwas unbeholfen wirkend, auf die Seite der Japaner um, verwendet auch hier das bekannte Stilmittel der dazwischen gesetzten Erinnerungen, und zeigt so, dass sich Freund und Feind gar nicht so unterscheiden. Da ist es übrigens auch kein Manko, wenn zumindest in der deutschen Fassung die japanischen Dialoge nicht übersetzt, bzw. untertitelt sind. Hier sagen Bilder wahrlich mehr als tausend Worte.

Man kann „Blutiger Strand“ als attestieren, dass der Film und damit auch der Regisseur und damit auch Cornel Wilde, der hier übrigens auch eine tragende Rolle auf Seiten der Schauspieler übernommen hat, versucht, ein differenziertes Bild vom Krieg zu generieren; es sich also um eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Thema handelt. Ein löbliches Vorhaben, das jedoch in Anbetracht eklatanter Nachlässigkeiten bei der filmischen Umsetzung des Stoffes, stark relativiert wird.

Das liegt, wie schon an anderer Stelle erwähnt, an der begrenzten Handlungsmöglichkeit, die Plot und Set zulassen. Dadurch, dass hier nur die Invasion auf der Insel Hauptbestandteil der Geschichte ist, muss aus dieser Vorgabe ein Maximum an Spannung und Abwechslung herausgeholt werden. Des Weiteren verpflichtet die hinterfragende Auseinandersetzung mit der Kriegsthematik, dass die tragenden Rollen möglichst authentisch dargestellt werden müssen. Werden diese Faktoren nicht erfüllt, wird sich beim Rezipienten nicht nur Langeweile einstellen, sondern auch eine Identifizierung mit den Personen scheitern. Genau dieser Worst Case trifft hier ein.

Schon bei der eingangs erwähnten, lang anhaltenden kämpferischen Auseinandersetzung am Strand, stellt sich schnell Monotonie ein. Es werden andauern identische Einstellungen verwendet, dazu fehlt auch noch die Dynamik, um hier eine ansprechende Atmosphäre zu schaffen. Jener Part schleppt sich hin, sicherlich beeinflußt durch ein knappes Budget. Aber auch danach möchte das Ganze einfach nicht in die richtige Spur gleiten. Das liegt auch daran, weil die verschiedenen Charaktere bis zu diesem Zeitpunkt eher sträflich missachtet wurden. Erst jetzt nimmt man sich Zeit, die unterschiedlichen Persönlichkeiten, nämlich den Captain (Cornel Wilde), den Sergeant (Rip Torn) und die Privates, näher zu betrachten.

Leider sind dies aber auch mehr oberflächliche Momente, in denen zwar einige Attribute verdeutlicht werden, die Personen, die damit behaftet sind, dafür aber mehr als auswechselbar wirken. Das Schauspiel derer ist zu schlecht und die Szenen im Drehbuch schlicht zu platt. Das Schicksal der kämpfenden Männer lässt uns kalt; die Verbindung zum Publikum ist mehr als brüchig. So näherst sich der Film zwar dem dramatischen Ende, der noch einmal all jene positiven, weil kritischen Aspekte, unterstreicht, doch den Zuschauer berührt das Ganz nicht wirklich.

Um die zu Beginn aufgeworfene Frage zu beantworten, zu welcher Gattung denn nun dieser Vertreter gehören mag, lässt sich sagen, dass „Blutiger Strand“, obwohl teils recht explizit, nie plakativ wirkt, seine Botschaft klar formuliert. Er scheitert aber schlicht an einfachen Grundregeln des Filmemachens, denn ohne eine ansprechende Umsetzung, einen gescheiten Spannungsaufbau und glaubwürdige Charaktere, samt fähigen Schauspielern, bleibt der Film im Mittelmaß stecken und das ist ärgerlich. 06/10

US Boxoffice (20.04 - 22.04)


Der April neigt sich dem Ende und die Studios betrieben weiter Frühjahrsputz und leeren ihre Regale, denn jetzt ist die Zeit, all jene Nesthocker auf die Leinwand zu bringen, die zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr angesichts übermächtiger Konkurrenz, sowieso keine Chance gehabt hätten. So war auch am vergangenen Wochenende ein bunter Genre-Mix vertreten, der nach einer langen Strecke von guten Ergebnissen, vergleichsweise wenig Zuschauer in die Kinos locken konnte. Um 19% lag das Gesamteinspiel hinter dem des letzten Jahres.

Nach acht Wochen wird Wild Hogs nun diese Liste verlassen. Kein Grund zur Trauer, denn mit den $ 2,82 Mio. vom Wochenende, konnte sich der Film allein auf dem US-Markt $ 156,16 Mio. sichern und auch international läuft das Geschäft gerade erst an.

Grandios abgewatscht, so würden es die süddeutschen Landsleute ausdrücken, wird Perfect Stranger, der knapp 64 Prozent einbüßt und somit um fünf Plätze nach unten purzelt. Und das in der zweiten Spielwoche. Magere $ 4,10 Mio. hat man einspielen können und das Zwischenergebnis von $ 18,10 dürfte auch weit hinter den Erwartungen liegen.

Auf dem achten Platz finden wir mit In the Land of Women den ersten Neustarter der Woche, der wohl ebenfalls dank einer undurchsichtigen Marketingkampagne für kaum Interesse beim Publikum gesorgt hat. Die $ 4,71 Mio. sprechen da eine deutliche Sprache. Es wird eine ganz kurze Bekanntschaft werden.

Obwohl objektiv betrachtet der größte Stuss, kann sich Are We Done Yet? trotzdem ganz ordentlich halten und nimmt dadurch noch einmal $ 5,18 Mio. ein, wodurch man innerhalb der ersten drei Wochen schon auf $ 39,57 Mio. kommt. Hoffen wir nur, dass das Ergebnis gering genug ist, dass wir von weiteren Kinofilmen der Reihe verschont bleiben.

Die einzig positive Überraschung des Wochenendes ist das gute Abschneiden von Hot Fuzz, der mit gut 800 Kopien nur sehr dürftig ausgestattet wurde, nichtsdestotrotz aber $ 5,85 Mio. einspielen konnte. Das ist aber nichts im Vergleich zum internationalen Einspiel, welches mit gut $ 48 Mio. deutlich imposanter ausfällt.

Weiterhin gut dabei ist Disney Meet the Robinsons, der jetzt zwar auch stärker bröckelt und gut 45 Prozent verliert aber noch immer für $ 6,97 Mio. gut ist. Damit dürfte aber die $ 100 Mio. Marke nicht mehr erreicht werden, denn das aktuelle Einspiel steht erst bei $ 82,11 Mio.

Weiter geht’s mit einem Neuling, nämlich dem Horrorthriller Vacancy, der mit $ 7,6 Mio. auch weiter hinter den Erwartungen geblieben ist. Obwohl mit Luke Wilson und Kate Beckinsale namhaft besetzt, war auch hier das Zuschauerinteresse gering und Sony kann froh sein, dass der Film mit $ 19 Mio. so billig gewesen ist.

Als vierter Film des Jahres hat Blades of Glory den Club der $ 100 Mio. betreten und dank der $ 7,68 Mio. vom vergangenen Wochenende den Sprung auf $ 100,95 Mio. geschafft. Will Ferrells Popularität zeichnet sich eben auch in den Büchern der Studios aus.

Obgleich guter Kritiken, hat es New Lines Fracture nicht geschafft, den ersten Platz zu erklimmen. Mit gerade einmal $ 11,01 Mio. ist es die nächste Schlappe für New Line, die schon seit langem keinen richtigen Hit mehr gehabt haben. Da hilft auch ein durchtriebener Anthony Hopkins nichts.

Somit ist auch klar, dass Disturbia die Spitzenposition verteidigen konnte und mit 41 Prozent auch einen relativ geringen Einbruch erlebt hat. Die Teenpower machts. Weitere $ 13,01 Mio. wandern somit auf das Konto von Paramount/DreamWorks, die bis dato kein schlechtes Frühjahr gehabt haben. Mit einem aktuellen Einspiel von $ 40,21 Mio. wird dieser Film auch schwarze Zahlen schreiben können.

Was steht diese Woche an? Mit Kickin‘ It Old Skool bekommt ein weiterer Titel eines Independentstudios einen landesweiten Release. Mit 1816 Kopien könnte die Musikkomödie vielleicht für etwas neuen Schwung in den Charts sorgen. Freunde des gepflegten Grusels können sich dagegen auf The Invisible, Remake eines schwedischen Filmes aus dem Jahr 2002, freuen, der mit 2019 Leinwänden jedoch recht mager ausgestattet ist. Auch die Actionfans werden wieder auf ihre Kosten kommen, denn Lions Gate hält The Condemned parat, der doch frappierende Ähnlichkeiten mit Battle Royale aufweist. Mit 2310 Filmrollen aber auch nicht der große Favorit. Jene Rolle nimmt dann doch ganz klar Paramounts Next ein. Ein Sci-Fi-Thriller, basierend auf einer Geschichte Philip K. Dicks und mit Nicolas Cage in der Hauptrolle, der in gut 2725 Kinos zu sehen sein wird.

Freitag, April 27, 2007

Fox und MGM - Im Juli geht's heiß her...

Seitdem Fox Home Entertainment wieder den Vertrieb der MGM-Scheiben leitet, kommt Bewegung in die Bude und man beginnt, in den Archiven zu graben und einige Filme aus dem Publich Domain-Schlaf herauszuholen, und unter dem Label MGM in remasterter Qualität zu releasen. So kann man ab dem 10. Juli diesen Jahres folgende vier Film Noir in den Händen halten, die von solch prominenten Regisseuren wie Orson Welles oder Fritz Lang auf die Leinwand gebannt wurden und die mit Edward G. Robinson oder Loretta Young nicht minder namhaft besetzt sind. Leider wird es keinerlei Extras geben:

A Bullet for Joey - Akte XP 15

Kansas City Confidential - Der vierte Mann

The Stranger - Die Spur des Fremden

The Woman in the Window - Die Frau am Fenster

Ebenfalls am 10. Juli wird Fox, diesmal ohne die Mitarbeit von MGM, ein 5-Disc Set mit frühen Werken der bekannten Schauspielerin Joan Collins veröffentlichen. Insgesamt stammen alle Filme der Joan Collins: Superstar Collection aus den 50er und 60er Jahren und warten auch wieder mit bekannten Gesichtern auf und dürften nicht nur deshalb für Freunde älterer Werke durchaus interessant sein. Folgende Beiträge werden im Set enthalten sein:

Girl In The Red Velvet Swing - Das Mädchen auf der Samtschaukel
  • Select audio commentary with author/film historian Aubrey Solomon
  • “From Ingenue to Icon” featurette
  • Restoration comparison
  • Noir poster art
  • Magazine cover gallery
  • Interactive press book
  • Still gallery
  • Theatrical trailer

Rally ‘Round The Flag, Boys! - Keine Angst vor scharfen Sachen
  • Select audio commentary with author/film historian Aubrey Solomon
  • Restoration comparison
  • Interactive press book
  • Theatrical trailer
  • Still gallery

Sea Wife - Treibgut der Leidenschaft
  • Select audio commentary with author/film historian Aubrey Solomon
  • Restoration comparison
  • Lobby card gallery
  • Interactive press book
  • Theatrical trailer
  • Still gallery

Seven Thieves - Sieben Diebe
  • Select audio commentary with author/film historian Aubrey Solomon
  • Restoration comparison
  • Interactive press book
  • Theatrical trailer
  • Still gallery

Stopover Tokyo - Geheimring Nippon
  • Select audio commentary with author/film historian Aubrey Solomon
  • Restoration comparison
  • Interactive press book
  • Theatrical trailer
  • Still gallery

Sonntag, April 22, 2007

Noir in Runde 4, dazu MGM und Criterion...

Schon vor Wochen machten Gerüchte die Runde, dass das vierte Film Noir Set aus dem Hause Warner Home Video wohl zehn anstatt der üblichen fünf Filme enthalten wird und nun ist endlich die offizielle Pressemitteilung raus, die das bestätigt. So ist auch die Filmliste, bis auf Big Steal, der für Coroned reingekommen ist, korrekt gewesen. Ab dem 31. Juli wird man also wieder in den Genuss weiterer Perlen der schwarzen Serie Hollywoods kommen und The Film Noir Classic Collection Vol. 4 käuflich erwerben können, platzsparend als Double Feature auf 5 DVDs.

Act of Violence (1948)/ Mystery Street (1950) - Akt der Gewalt / Die Tote in den Dünen

Special Features:

Act of Violence
  • Commentary by Dr. Drew Casper
  • Act of Violence: Dealing With the Devil
  • Theatrical Trailer

Mystery Street
  • Commentary by Alain Silver and Elizabeth Ward
  • Mystery Street: Murder at Harvard
  • Theatrical Trailer



Crime Wave (1954)/ Decoy (1946) - Von der Polizei gehetzt / Blonder Lockvogel

Special Features:

Crime Wave
  • Commentary by James Ellroy and Eddie Muller
  • Crime Wave: The City is Dark
  • Theatrical trailer

Decoy
  • Commentary by Stanley Rubin and Glenn Erickson
  • Decoy: A Map to Nowhere
  • Theatrical trailer

Illegal (1955)/ The Big Steal (1949) - Schakale der Unterwelt / Die rote Schlinge

Special Features:

Illegal
  • Commentary by Nina Foch and Patricia King Hanson
  • Illegal: Marked for Life
  • Behind the Cameras: Edward G. Robinson
  • Theatrical trailer

The Big Steal
  • Commentary by Richard B. Jewell
  • The Big Steal: Look Behind You



They Live By Night (1948)/ Side Street (1950) - Im Schatten der Nacht /

Special Features:

They Live By Night
  • Commentary by Farley Granger and Eddie Muller
  • They Live By Night: The Twisted Road
  • Theatrical trailer

Side Street
  • Commentary by Richard Schickel
  • Side Street: Where Temptation Lurks
  • Theatrical trailer




Where Danger Lives (1950)/ Tension (1950) - / Zum Zerreißen gespannt

Special Features:

Where Danger Lives
  • Commentary by Alain Silver and James Ursini
  • Where Danger Lives: White Rose for Julie
  • Theatrical Trailer

Tension
  • Commentary by Alain Silver and Elizabeth Ward with Audrey Trotter
  • Tension: Who’s Guilty Now?
  • Theatrical Trailer

Subtitle options on all titles are English SDH and French.



Pünktlich zum 22. Mai wird man bei MGM eine neue Serie starten, die Boxsets zu aussergewöhnlichen Persönlichkeiten des Studios enthalten soll. Den Anfang machen eine Auskopplung zu Peter Sellers und Gary Cooper. Neben schon erhältlichen Titeln, wartet besonders das Cooper-Set mit noch nicht veröffentlichen Frühwerken der Westernikone auf und macht sie so durchaus interessant.

Peter Sellers Collection:
  • The Pink Panther (1963)
  • Casino Royale (1967)
  • The Party (1968)
  • What’s New, Pussycat? (1965)
Gary Cooper Collection:
  • Vera Cruz (1954)
  • Cowboy and the Lady (1938)
  • The Real Glory (1939)
  • The Winning of Barbara Worth (1926)
Des Weiteren wird Criterion im Juli einen lang erwarteten Film Billy Wilders herausbringen, der nach gründlicher Restauration in gewohnt hoher Qualität des Labels auf DVD gepresst wird. Die Sprache ist von: Ace in the Hole (Reporter des Satans).
Folgende Ausstattung ist bekannt:
  • New, restored high-definition digital transfer
  • Audio commentary by film scholar Neil Sinyard
  • Portrait of a "60% Perfect Man": Billy Wilder, a 1980 documentary featuring in-depth interviews with Wilder by film critic Michel Ciment
  • Excerpts from a 1986 appearance by Wilder at the American Film Institute
  • Excerpts from an audio interview with co-screenwriter Walter Newman
  • Theatrical trailer
  • PLUS: A booklet featuring new essays by film critic Molly Haskell and filmmaker Guy Maddin

Heute ich... morgen Du!


Noch bevor Dario Argento (Suspiria, Inferno) den italienischen Filmolymp bestiegen hat und sein weltweiter Kultstatus manifestiert war, verdiente er seine Brötchen als Drehbuchautor. So taucht er auch in den Credits diverser Italowestern auf, angefangen von Die fünf Gefürchteten bis hin zu Spiel mir das Lied vom Tod. Auch am Skript von Heute ich... morgen Du! ist er beteiligt gewesen, welches in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Tonino Cervi, der hier übrigens seinen ersten und einzigen Genrebeitrag abliefert, entstanden ist. So dürfte es auch Argentos Verdienst sein, dass sich dieser Film doch dann deutlich vom bekannten Einheitsbrei der Spaghettiwestern abhebt.

Zu Beginn jedoch Gewohntes: Nach fünfjähriger Haft wird Bill Kiowa (Brett Halsley) aus dem Gefängnis entlassen. Den Grund für seine Inhaftierung erfahren wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, da das Drehbuch Kiowas Vergangenheit noch im Dunkeln lässt und dadurch das Interesse des Zuschauers weckt. Wir wissen jedoch, Bill ist entschlossen, entschlossen sich an dem Mann zu rächen, der ihm das angetan hat. Sein Name lautet Elfego. Zusammen mit einer Söldnertruppe aus ehemaligen Soldaten und Commancheros terrorisiert er die Gegend. Allein ist jedoch kein Rankommen an diesen Mann; Bill benötigt Hilfe.

Was nun folgt ist der lang anhaltende Prozess der Rekrutierung, denn diese Prozedur nimmt gut und gerne ein Drittel der gesamten Laufzeit ein. Diese Zelebrierung der Exposition hat jedoch einen Vorteil, dass jeder der vier Angeworbenen eine eingehende Charakterisierung erhält. Schlußendlich ist eine schlagkräftige Truppe zusammengestellt, deren Mitglieder sich passend ergänzen: Den Anfang macht der grobschlächtige O’Bannion, eine Rolle wie geschaffen für den bis dato noch recht unbekannten Bud Spencer, der hier auch noch eher ungewohnt ernst agiert. Es ist übrigens auch die Phase im Film, in der man spätestens merkt, dass es nicht nur inhaltlich Abweichungen von der Norm gibt, denn auch die Landschaft sieht nicht so westerntypisch aus, wie man es gewohnt ist. Statt karger Wüstenregionen erblickt man hier eine grüne, wenngleich auch triste Herbstszenerie, die im Finale noch eine wichtige Rollen einnehmen wird. Mit dem jungen Frauenheld Bunny Fox, dem ehemaligen Sheriff und Soldaten Milton (Wayde Preston) , zu dessen bevorzugtem Arbeitsgerät eine gekürzte Winchester gehört und dem gerissenen Spieler Colt Moran (William Berger) ist das Quintett dann komplett. Bis auf ihre Profession und diese noch nicht einmal bei allen, wissen wir nichts über sie, außer der Tatsache, dass sie bei einer entsprechenden Summe Dollars keine Fragen stellen, dafür jedoch zu allem bereit sind.

So findet in diesem Abschnitt nicht nur die Zusammenführung der Gunfighter statt, er enthält auch eine bitterböse Reflexion über das „gelobte Land“, sozusagen eine Entmystifizierung Amerikas bzw. des Westerns allgemein. Anstatt Heldensagen entscheidet hier ausschließlich die Menge des Geldes darüber, wer leben und wer sterben darf. Gutmenschen sucht man vergebens in dieser zynischen Darstellung und auch das Gesetz hat keinen großen Stellenwert. Bezeichnen dafür ist die Szene, in der der Sheriffstern an den nächstbesten Strolch weitergegeben wird. Dass hier die Sprache der Colts gesprochen wird, ist unmissverständlich, ebenso, dass das Bild Amerikas jenseits des Atlantiks wesentlich differenzierter dargestellt wird, als in vergleichbaren US-Produktionen jener Zeit.

So schreitet der Film, der zwar in seiner Exposition schon einige Actionsequenzen gehabt hat, ansonsten aber eher ruhig erzählt wird, voran, um in seinem Verlauf nicht nur Bills Historie durch den gekonnten Einsatz schwarzweißer Flashbacks darzulegen, sondern auch, um die finale Konfrontation mit Elfego zu suchen. So wird jetzt merkbar an Dynamik zugelegt, Zusammenstöße mit Elfegos Bande eingestreut, kleine sadistische Spitzen, die die Spannung und den Haß steigern, bis man zum Unvermeidbarem kommt: dem Showdown.

Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Im Vergleich zu vielen weiteren Genrebeiträgen hat man hier nämlich die Rolle des Bösewichts gleich stark besetzt. Mit Tatsuya Nakadai übrigens recht ungewöhnlich, ist er doch Japaner und dazu kein Unbekannter, kann man ihn doch in diversen Samuraiverfilmungen bestaunen. Kein Zufall, wollte Tonino Cervi diesem Genre mit Heute ich... morgen Du! doch Referenz erweisen. Dass Nakadai Talent hat, ist unverkennbar, denn wenn die Kamera sein Gesicht einfängt, spricht dieses Bände. Angespannt, mit zutiefst aggressivem Blick, verkörpert er seine durchweg böse Rolle perfekt. Die Abneigung des Publikum ist ihm gewiss.


Wie es schon beim restlichen Verlauf dieses Westerns zu Brüchen mit Genrekonventionen gekommen ist, so findet auch das Finale nicht etwa auf der Main Street eines Westernstädtchens statt, sondern im Wald, wo Bills Mannen in Guerillamanier Elfegos Trupp dezimieren. Durch den Wechsel von Tag und Nacht und dem herbstlich kargen Wald, wird noch einmal eine bedrohlichere Atmosphäre erschaffen, die dem Showdown das entscheidende Flair gibt und der Film so einen würdigen Abschluss findet.

Wer also nun auf der Suche nach etwas Abwechslung im Dickicht der diversen Italowestern ist, der sollte sich Oggi a me... domani a te! zu Gemüte führen, vereint er doch inhaltlich alle Aspekte, die das Subgenre vom großen US-Bruder unterschieden, präsentiert sie jedoch in einer tollen, anderen Verpackung. Da kann man auch über die teilweise vorhandene Trägheit der Inszenierung und die mäßige deutsche Sprachfassung hinwegsehen.08/10