Sonntag, März 18, 2007

Geheimaktion Crossbow


Der Zweite Weltkrieg, nicht nur Schauplatz vernichtender Schlachten, sondern auch Nährboden für allerlei Geheimdienstaktivitäten, die in den Jahren danach auf Zelluloid gebannt wurden. Ganz vorne mit dabei waren neben den Amerikanern auch die Briten, die die Welt von den Nazis befreit hat. Ganz so pathetisch und plakativ geht es zum Glück in Operation Crossbow nicht zu. Der Film scheitert dafür an ganz anderen Punkten. Kurz vor der Invasion in der Normandie arbeiten die deutschen Ingenieure fieberhaft an den Flugbomben und V-Waffen. Das bekommt auch das britische Militär spitz, welches daraufhin die Erprobungsgelände und Produktionsstätten bombardieren lässt. Da jedoch beträchtliche Anlagenteile unter der Erdoberfläche errichtet wurden, wird eine kleine Gruppe Freiwilliger instruiert, diese Areale zu infiltrieren. Doch die Spitzel befinden sich auf beiden Seiten und das Unternehmen läuft nicht so rund wie geplant. es dauert relativ lange, bis der Film ins Rollen gerät und auch dannnoch fragt man sich teilweise, worauf man denn nun genau hinaus möchte. Geheimaktion Corssbow springt förmlich zwischen zwei Schauplätzen hin und her. Zu Beginn wird detailliert die Flugbombenerprobung samt Bombardement des Erprobungsgeländes gezeigt, dann schwenkt der Film um und es erfolgt eine längere "Spionagephase", um dann zum Ende hin dort hinausgerissen zu werden, da nun der Flugbombenangriff auf London samt Explosionen laut Drehbuch an der Reihe gewesen ist. Man verpasst es dadurch, eine kontinuierliche Spannungskurve zu erzeugen, da besonders der Spionagepart viel zu kurz kommt, man aus den Personenkonstellationen, verdeckter deutscher Agenten bei den Briten, plötzlich auftauchende Eherfrau etc. pp., viel zu wenig herausholt. Man hat immer eine leichte Lösung gewählt, ohne doppelte Böden oder anderer Spielereien. Dadurch wird der Film berechenbar und die eingestreuten Schauplatzwechsel tun ihr Übriges. Eindeutig verschenktes Potential. Der Film wird unnötig in die Länge gezogen und die guten Ansätze gehen über Bord. Nicht einmal die Effekte, auf die dann solch ein Augenmerk gelegt wird, können den Karren aus dem Dreck ziehen. Dann doch lieber Guns of Navarone, da passt fast alles. 06/10

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